Von ungelebten Träumen

In meinem Wochenrückblick habe ich von meinem Traum erzählt, woanders zu leben. Die vielen Kommentare hierzu, die Einblicke in eure Träume haben mich überwältigt. Darum möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen.

Ich kann nur aus meinem Leben erzählen. Meine Erfahrung mit meinen ungelebten Träumen. Was mich davon abhält, sie wirklich zu leben ist in erster Linie tatsächlich die Angst bekanntes Terrain zu verlassen und neues zu betreten. Unsere Träume sind ein wundervoller Rückzugsort, dort tanken wir Kraft, auch wenn wir sie nicht sofort oder gar nicht umsetzen.

Als ich mich vor Jahren von Vater meiner ersten drei Kinder trennte, verlor ich auch einen großen Garten. 1300 qm die wir neben unseren Job gemeinsam pflegten. Jeder hatte seine Aufgaben. Meine waren der Gemüse- und Kräutergarten, die Beerensträucher, Obstbäume und der Bauerngarten vor der Türe. Es war meins und ich habe es geliebt, egal wie viel Arbeit damit verbunden war. Mit den Händen in der Erde zu wühlen, die Natur zu fühlen, die Enttäuschung das eine Pflanze keine Früchte trug, als das war mein Gartenleben. Dafür brannte ich.

Mit dem Umzug in die Vierzimmerwohnung mit zwei Balkonen war dieses Gartenleben vorbei. Anfangs fehlte es mir nicht. Doch mit den Jahren begann das Träumen. Zuerst von einem Schrebergarten, dann von einem Haus/Wohnung mit Garten und wenn es ganz fantastisch wurde, sollte es direkt ein Bauernhof sein.

Ich las Bücher über Selbstversorgung, schaute mir Berichte von Aussteigern an und träumte. Von meinem großen Traum eines Selbstversorgergartens habe ich mich noch nicht verabschiedet. Doch ich habe begonnen, Möglichkeiten an anderen Stellen zu sehen. Anfangs war es der Schulgarten, der jedoch in der Coronazeit starb und von Seiten der Schule nicht mehr aktiviert werden wollte. Dann in der Coronazeit sah ich meine Balkone mit anderen Augen. Auf meinem Blog werden sie liebevoll Balkongarten genannt.

Manchmal ist der Balkongarten der Ort, an dem die großen Träume leise weiterblühen dürfen. Aber die Sehnsucht, mal ganz woanders zu leben, bleibt.

Wie ist das bei euch? Tragt ihr auch solche ungelebten Lebensträume oder große Sehnsuchtsorte im Herzen? Der oder die ein oder andere hat es ja ein den Kommentaren schon erzählt. Es wäre mir eine Freude, wie wir unseren Austausch in den Kommentaren fortsetzen.

P.S. Weil mich eure Geschichten und das Thema „Ungelebte Träume“ total interessieren, möchte ich im nächsten Monatsbrief Anfang Oktober einen Schritt weitergehen. Ich möchte dort erzählen, was mir ganz persönlich geholfen hat, meinen Frieden mit unerfüllten Sehnsüchten zu schließen – und wie ich für mich gelernt habe, welche Träume ich wirklich anpacken will und welche nur eine wundervolle Zuflucht sein dürfen. Keine Flucht, sondern ein Ort zum Krafttanken. Wer mag, kann sich für meinen Monatsbrief einfach in der Seitenliste anmelden.

2 Gedanken zu „Von ungelebten Träumen“

  1. Ich denke, jeder hat solche ungelebten Träume, manche sind einfach mit der Zeit keine Träume mehr, weil der Träumende sich geändert hat, und die Ziele sich ändern. Manche sind unmöglich geworden. Man erkrankt und kann manches nicht mehr, z.B.

    Manche schiebt man auf, bis sie nicht mehr möglich sind. Ein Freund von mir wollte früh in Rente und dann reisen mit seiner Frau. Jetzt liegt er bei seinem Vater und dem älteren Bruder im Familiengrab.

    Und so kann man nur immer wieder daran erinnern, dass man nur im Moment leben kann. Dass man für Träume im Jetzt den Mut aufbringen muss. Oder man muss akzeptieren, dass es Träume=Schäume sind, gut zum Auftanken der Seele. Und nicht mehr.

    1. Ich stimme dir zu.
      Etwas auf später zu verschieben kann zu spät sein
      Es wirklich wichtig im Moment zu leben.
      Das versuche ich jeden Tag aufs Neue.
      Trotzdem habe ich Träume. Die sich auch im Laufe meines Lebens verändert haben.
      So wie ich mich verändert habe.
      Liebe Grüße, Britta

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