Wochenrückblick 35-2026 Was nimmst du mit ?

Was nicht in den Wochenrückblick passte:

Womit fange ich heute an? Vielleicht mit den Themen, die keinem Tag zuzuordnen sind.

Dass ich mit Der Coachin zusammenarbeite, habe ich bereits häufiger erwähnt. Im Zuge der vielen neuen Eindrücke, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich meinen Kalender neu organisieren möchte. Ich möchte mich bei meinen neuen Projekten nicht verzetteln und gleichzeitig auch Raum lassen, fürs Nichtstun. Die Mitbewohnerin und ich nutzen den Kalender jetzt beidseitig, was das Absprechen deutlich vereinfacht.

Für Herrn Bretone hat sich auch etwas geändert. Langsam habe ich andere Zeiten eingeführt. Wir bzw. er startet jetzt deutlich entspannter in den Tag.

Der Kaffeehaussitzer spricht über die Reisebibliothek. Vor meinem inneren Auge erschienen die Urlaubskoffer aus meinem anderen Leben. Zuerst 2-3 Bücher, dann die Kleidung. Und auch heute schleppe ich bei längeren Fahrten oder Terminen ein Buch mit mir herum.

Bei baumkontrolle im Netz hat mich der Beitrag über einen Stadtbaum nachdenklich gemacht. Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Baum für einen Standort in der Stadt zu finden. Lies doch mal rein.

Bevor es endlich mit dem Wochenrückblick losgeht noch ein Link zu einem Beitrag, der mir richtig Spaß gemacht hat. In der Coronazeit hatten Nachbarn beschlossen den Bürgersteig zu begrünen. Was daraus wurde ist richtig schön. Der Link führt dich zu einem Link auf Facebook.

Samstag, 22.08.26

Mit einem Lied aus dem Krimi „Die Tote vom Jakobsweg“ beginnt mein Rückblick. Es ist eine so schöne Melodie und berührt eine Seite in mir, die ich vergessen hatte.

In meinen Endzwanzigern wollte ich einfach leben. Mit getöpfertem Geschirr, einem Garten der uns nährte und so weiter. Meine Lieblingslektüren waren historische Bücher, die im Mittelalter spielten. Oder es waren Einrichtungsbücher mit rustikaler Ausrichtung.

Jetzt lese ich solche Bücher nicht mehr, denn ich habe keine Zeit für diese Art von Langsamkeit. Aber habe ich diese Zeit wirklich nicht?

Wovon hast du geträumt?

Sonntag, 23.08.26

Ich werde von meinen Gedanken geweckt. Mein Gehirn produziert im Schlaf Ideen und Geschichten, die ich aufschreiben möchte. Das hat mich schon häufiger aus dem Bett getrieben. Passiert allerdings nur, wenn ich in meinem Rhythmus lebe.

Diesmal geht es um die Natur und um einen Gedanken, der mich beschäftigt: Wir sagen ständig, dass wir die Natur retten müssen. Aber vielleicht denken wir damit schon in die falsche Richtung.

Denn wer ist eigentlich „die Natur“? Etwas außerhalb von uns, das wir schützen und bewahren müssen? Wir sitzen vor unseren Bildschirmen, lesen von Waldbränden, Dürre, Artensterben und Überschwemmungen und können trotzdem das Gefühl haben, dass all das irgendwo anders passiert. Dabei sind wir selbst Teil dieser Natur.

Solange wir die Natur als etwas außerhalb von uns betrachten, können wir uns auch von ihren Problemen abgrenzen.

Wenig später bin ich mit Herrn Bretone unterwegs. An diesem Morgen ist es nicht so still. Die Krähen sind wieder laut und deutlich zu hören. Eine ganze Zeit lang waren sie kaum wahrzunehmen, heute sind sie wieder da.

Während ich sie fasziniert beobachte, fallen mir die Kommentare anderer Menschen zu diesen Tieren ein: Eine Kolonie wohnt auf dem Friedhof und ihr Kot verschmutzt die Gräber. Ihr Gekrächze sei den Anwohnern zu laut.

Ich dagegen stelle mir andere Fragen: Wo waren sie bisher? Warum habe ich sie nicht gesehen oder gehört?

Schon auf dem Heimweg weiß ich: Ich möchte mehr über diese Vögel erfahren. Und ich brauche mein Fernglas.

Natürlich habe ich den Tag nicht ausschließlich mit tiefgründigen Gedanken verbracht. Die Wäsche wollte aufgehängt, das Geschirr gespült und der Teppich gesaugt werden. Danach kuschelten der Hund und ich uns vor den Fernseher.

Amazon machte mir einen Vorschlag: Dan Brown’s The Lost Symbol. Also habe ich mir die Serie angesehen. Wenn man die Bücher aus dem Kopf ausklammert und akzeptiert, dass die Geschichte in unsere Zeit verlegt wurde, ist es eine gute Unterhaltung. Mir hat die Serie jedenfalls Spaß gemacht.

Montag, 24.08.26

Ein Montag ohne Montagsstarter. Irgendwie passte es nicht. Dafür bin ich mit der Serie The Mentalist gestartet. Zum ersten Mal erschienen ist sie 2008, lief bis 2015. Ich habe die Folgen sehr unregelmäßig geschaut. Jetzt stehen auf Netflix 7 Staffeln zur Verfügung und ich möchte sie mir in Ruhe anschauen. Simon Baker ist einfach überzeugend in seiner Rolle.

Mittwoch, 26.08.26

Endlich wieder Chorprobe sollte man meinen. Richtig Lust hatte ich nicht, doch es nützt ja nichts. Ohne Probe, kein Kirchengesang. Ein neues, anspruchsvolleres Stück wurde aus dem Notenschrank hervorgeholt. Da komme ich mit meiner Sopranstimme an meine Grenzen.

Panis angelicus :1872 komponierte César Franck eine Fassung für Tenor, Harfe, Cello und Orgel. Hier findest du ein schönes Beispiel auf YouTube, allerdings nicht die Chorfassung, sondern ein Sopransolo.

Donnerstag, 27.08.26

Der Tag startet mit einem lichtvollen Ausblick aus dem Schlafzimmerfenster. Es ist halb sieben, die Sonne geht auf und ich genieße die Farben. Mit dem Handy versuche ich sie festzuhalten, denn die Kamera ist wieder einmal nicht griffbereit.

Auf dem Blog erzähle ich dir von meinem Zitronenthymian und freue mich über die Rückmeldungen. Ich bin kein Einzelkämpfer im Balkongartenuniversum.

Mein Lieblingsspiel Mischwald wurde für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 nominiert. Mehr über den Preis findest du hinter dem Link. Hier die Begründung warum das Spiel nominiert wird. Mischwald ist ein Kartenspiel, in dem Naturfreund:innen ab zehn Jahren darum wetteifern, einen ausgewogenen Lebensraum für Flora und Fauna zu schaffen. Das Spiel wird aus FSC-zertifiziertem Material hergestellt. Papiersticker zur Produktsicherung ermöglichen es, auf Kunststoffverpackungen zu verzichten. Das Spielkonzept des deutschen Autors Kosch wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 2024 mit dem Deutschen Spiele Preis. (Zitat der o.g. Seite)

Freitag, 28.08.26

Gestern war Vollmond. Der sogenannte Erntemond, wie ich im Netz gelesen habe. Anders als sonst, wurde dort die Frage angeregt, nicht Was lasse ich los? sondern Was nehme ich mit ?. Eben das was Ernte bedeutet. Für mich muss ich die Frage in Ruhe klären und ich gebe sie gerne an dich weiter.

Was nimmst du mit?

Eine andere Form von Ernte sind die Aufkäufe von Büchern um sie von der KI einlesen zu lassen. Sowohl Anthropic, als auch amazon kaufen große Mengen Bücher auf, um sie für das Training von KI zu digitalisieren. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich Bücher im Netz weiter verkaufen möchte oder sie lieber in Bücherschränken einstelle. Alleine die Vorstellung, dass damit Wissen nur noch über KI oder das Netz erlangt werden kann, ist furchtbar. Wie sehr werden wir dann beeinflusst? Wie kann man sich dann noch eine eigene Meinung bilden?

Hinzu kommt das Zerstören von Büchern! Die Buchrücken werden als erstes entfernt und weggeworfen, dann wird alles eingescannt und auch weggeworfen. Ich bin gerade total stolz auf meine Ernest Hemingway in“ alter deutscher Schrift“. Und denke gerade darüber nach, mich wieder auf Flohmärkten herumzutreiben und „alte“ Bücher zu kaufen.

Wie wird dieses Vorgehen unsere Gesellschaft verändern?

Verändert hat sich auch in Norwegen etwas. In den letzten Wochen ging es eher um skandalöse Themen der neuen Königin und ihrem Erstgeborenen, den sie mit in die Ehe brachte. Und um ihre Lungentransplantation (Ich liebe royalen Klatsch und Tratsch. Über England sprechen wir ein anderes Mal)

König Harald V. von Norwegen ist tot und bereits eine Stunde später muss sein Sohn, als König Haakon, zur Kabinettssitzung. Wo bleibt da Platz für Trauer?

Und während in Norwegen ein neues Zeitalter mit einem neuen König beginnt, beginnt in NRW in den nächsten Tagen ein neues Schuljahr. Ein toller Vergleich, aber für alle Beteiligten auf jeden Fall ein neuer Schritt in eine neue Zukunft. Vor allem für Erstklässler, jungen Menschen die auf eine weiterführende Schule wechseln oder in die Oberstufe. Für mich wird es auch aufregend, denn der Alltag muss neu geplant und organisiert werden. Doch noch sind drei Tage Ferien, die genossen werden wollen.

Meine aktuelle Lektüre wartet auf mich. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

2 Gedanken zu „Wochenrückblick 35-2026 Was nimmst du mit ?

  1. Nun ganz selten sind Bücher Einzelstücke. Auch wenn Bücher von einer KI eingelesen werden, sind sie für die Menschen als Bücher nicht nicht mehr zu beschaffen. Bücher gehen auch auf andere Weise kaputt und verloren: falsche Aufbewahrung, Ausmisten, einscannen.

    Damit eine KI breite Antworten geben kann, braucht sie halt einen Fundus, auf den sie zurückgreifen kann. Ob tatsächlich Einzelausgaben eingelesen wurden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Klosterbibliothek in St.Gallen zum Beispiel ihre Faksimile aufgeben würde.

    Vom Denken hält uns die KI nicht ab. Zu prüfen, was du liest und hörst, gilt für alle Wissenquellen, sei es nun deine Nachbarin, deine Tageszeitung oder ChatGPT. Auch geht es nicht ohne Denkleistung, einer KI die richtigen Prompts zu geben, um auch befriedigende Antworten zu bekommen.

    KI ist neu und bestimmt für Lernende eine bequeme Art, Klassenarbeiten zu schreiben. Mit null Denkleistung und Lerneffekt. Also müssen Aufgaben anders gestellt werden. Zu faul zum Denken waren schon immer welche.

    Das Thema ist gross und kann nicht in einem Blogkommentar abgehandelt werden. 😉

    Liebe Grüsse von Regula

    1. Hallo Regula, danke. Du hast Recht. Mein Sicht war sehr einseitig auf das Thema, dabei bin ich ein Mensch, der die KI selber gerne nutzt. Will man Antworten, die einen weiterbringen, muss man die richtigen Fragen stellen. Auch was du über den Verlust von Büchern sagst. Meine Karl May Bücher Sammlung fiel einem Wasserschaden zum Opfer. Die Kommentarspalte ist nicht der richtige Ort zum intensiven Austausch, aber austauschen würde ich mich auf jeden Fall gerne. Viele Grüsse Britta

Kommentar verfassen