Dieser Wochenrückblick ist diesmal etwas länger geraten: rund 1400 Wörter und etwa sieben Minuten Lesezeit.
Eigentlich entsteht mein Wochenrückblick immer nach demselben Ritual. Kaum ist der aktuelle Beitrag veröffentlicht, öffne ich schon den nächsten Entwurf und lege das Grundgerüst für die kommende Woche an.
Abends suche ich dann ein Foto aus, das mir an diesem Tag besonders gefallen hat, und notiere ein paar Stichworte zu den Momenten, die ich festhalten möchte. Am Freitag ergänze ich im besten Fall den letzten Abschnitt und plane die Veröffentlichung für den nächsten Morgen.
So jedenfalls der Plan. Doch manchmal funkt das Leben dazwischen. Dass diese Woche etwas anders lief, habe ich im Freitagsfüller schon angedeutet. Deshalb schreibe ich den Wochenrückblick erst heute – gestern war erst einmal Rückzug angesagt.
Samstag, 07.03.26
Die Samstagsfrauen trafen sich heute und zu unser aller Freude konnte Die Kämpferin auch daran teilnehmen. Mit neuer Mütze und Plänen für die Zukunft.

Den restlichen Tag habe ich mit Nichtstun und Haushalt verbracht. So als hätte ich gewusst, dass die kommende Woche genug Input mit sich bringt.
Sonntag, 08.03.26
Heute Morgen entstand das Foto, dass im Fotoprojekt 12 von 12 zu meinem Lieblingsfoto des März gekürt wurde. Es ist soviel, dass man nicht sieht. Aufgrund einer Baustelle, ist die Straße nicht so befahren, wie an anderen Sonntage, wenn jeder zweite mit dem Auto zum Bäcker rast.
Also, was nicht zu sehen ist, ist die Stille. Unterbrochen vom morgendlichen Gesang der Amsel, des Rotkehlchen, der Meisen und andere mir unbekannte Stimmen. Alles ist wie in Watte und doch nicht. Kurz zuvor war die Sonne noch zu sehen. Doch ihre Strahlen ließen die nächtliche Nässe verdunsten. Der Nebel zog auf und eine Stunde später verschwand er wieder. Ein sonniger Sonntag offenbarte sich uns.

Mit dem Fahrrad mache ich mich früh am Morgen auf den Weg, um Frau N. aus O. auf einen Kaffee zu treffen. Es ist erstaunlich, wie lange wir uns nicht mehr gesehen haben – obwohl nur ein paar Kilometer zwischen uns liegen. Unsere Gespräche fanden in letzter Zeit meist über WhatsApp oder am Telefon statt. Doch ihr Alltag als Mutter von zwei Kindern unter fünf Jahren ist so ganz anders als meiner, dass es ein wenig Planung brauchte, um uns einmal ohne unsere Kinder zu verabreden.
Als wir dann endlich zusammensitzen, merken wir schnell: Unsere Themen haben sich kaum verändert. Wir reden und springen von einem Gedanken zum nächsten – und ehe ich mich versehe, ist die Zeit verflogen und ich muss schon wieder zu meinem nächsten Termin aufbrechen.

Ein Spiel-Sonntag steht an: Die Aachenerin, Die Würfelkönigin und ich haben uns zum Spielen verabredet. Neben FarAway kommt auch das Brettspiel Würfelkönig auf den Tisch – du kannst dir wahrscheinlich denken, wer es mitgebracht hat. Ich kannte es bisher noch nicht. Doch schon nach zwei Runden hatte ich die Regeln verstanden. Ein großer Dank geht dabei an Die Aachenerin, die uns Erklärvideos immer blitzschnell und erstaunlich verständlich zusammenfassen kann.
Eines steht fest: Würfelkönig werde ich ganz sicher nicht zum letzten Mal gespielt haben. Das Spiel macht richtig Spaß und sorgt für jede Menge Unterhaltung.
Montag, 09.03.26
Auch der Montagsstarter bekommt ein neues Bild. Die Chefin hatte in ihrem Status das Ergebnis der Dekokünste ihrer Katze präsentiert. Ich fand das Foto so toll, das sie es mir für meinen Blog zur Verfügung stellte.

Dienstag, 10.03.26
Ein völlig normaler Dienstag bekam am Abend ein anderes Gesicht. Weil es so viel ist, was ich in diesem kurzen Abschnitt sagen möchte, lasse ich die anderen Ereignisse hintenüber fallen. Es war ein absoluter Zufall, dass ich von diesem Vortrag hörte. Doch lies selber.
Ein Vortrag der mich Nachdenklich zurückließ

Bis ich auf diesen Vortrag aufmerksam gemacht wurde, habe ich mir ehrlich gesagt nie viele Gedanken über die Rolle der Polizei in der Zeit von 1933 bis 1945 gemacht. Umso mehr hat mich eine Frage beschäftigt, die mir an diesem Abend besonders im Gedächtnis geblieben ist:
Warum haben sich Polizisten, die vor 1933 keine Mörder waren und nach 1945 auch nicht, in der Zeit dazwischen an einem staatlich organisierten Genozid beteiligt?
Herr Pesler erklärte in seinem Vortrag sehr anschaulich, wie schnell sich damals alles verändert hat. Innerhalb weniger Wochen wurde das gesamte System auf den Kopf gestellt – und Polizisten, die nicht mitmachen wollten, konnten selbst zu Opfern ihrer Kollegen werden.
Ich habe Herrn Pesler um die Erlaubnis gebeten ihn zu zitieren und hier kommt sein Text im kompletten Zusammenhang:
„Warum haben sich Polizisten, die vor 1933 keine Mörder waren und nach 1945 auch nicht, in der Zeit dazwischen an einem staatlich organisierten Genozid beteiligt? Ohne im Detail auf die Gründe einzugehen, hat die nationalsozialistische Diktatur deutlich gemacht, dass der Schritt von der legitimen Machtausübung zum Machtmissbrauch ein kurzer war. Und bis in unsere Gegenwart hat sich immer wieder gezeigt, wie kurz der Schritt geblieben ist, denn sobald die Exekutive sich nicht mehr Grund- und Menschenrechten verpflichtet fühlt, wird sie unkontrollierbar.“

Patrouille von Polizei und SS-Mann als Hilfspolizist am Tag der Wahl [ © Bundesarchiv, Bild 102-14381 / CC-BY-SA ]
Quelle Foto: www.zeitklicks.de
Allein dieses kurze Zitat zeigt schon, wie groß und komplex das Thema ist. Für einen kurzen Wochenrückblick ist es eigentlich zu groß – deshalb werde ich an anderer Stelle noch einmal ausführlicher darüber schreiben.
Günter Pesler arbeitet selbst bei der Polizei und hält dort Vorträge zu diesem Thema. Gerade deshalb finde ich den Blick darauf besonders spannend – und ich bin neugierig, was ich im zweiten Vortrag noch lernen werde.
Wenn man bedenkt, dass die Polizei eigentlich für Recht und Ordnung sorgen und uns schützen soll, wird umso deutlicher, wie erschreckend es ist, dass auch eine solche Institution instrumentalisiert werden kann. Auch in der Gegenwart. Gerade in diesem Moment, in dem du meine Zeilen liest, fürchten sich Menschen vor einer Institution, die sie eigentlich schützen sollte.
Mittwoch, 11.03.26
Ein Tag voller Informationen und Gespräche. Am Ende des Tages stelle ich fest, an der ein oder anderen Stelle hätte ich besser meinen Mund gehalten. Aber ich kann eben nicht aus meiner Haut. Ebenso durfte ich lernen, dass mein Bauchgefühl richtig gut funktioniert. Ich muss nur besser darauf hören.
Herr Bretone war nicht so begeistert von der Tatsache ,dass ich in den letzten vier Tagen viel unterwegs war. Am Morgen hatte er sich demonstrativ auf meine Kleidung gelegt.

Durch den Cover Wednesday wurde ich noch einmal an die schöne Jugendbuchserie von Teri Terry erinnert. Manchmal ist mir nicht bewusst, wie viel ich bereits gelesen habe, in meinem Leben.
Am Abend fand eine Versammlung meiner Partei statt. Der Vorstand wurde neu gewählt, an engagiertes Mitglied verabschiedet und es gab die ein oder andere Rede. Es wurde spät, aber nicht langweilig.
Donnerstag, 12.03.26
Der 12 von 12 Beitrag in diesem Monat beschäftigt sich mit dem Thema Übergängen. Kein ganz einfaches fotografischen Thema. Doch ich liebe Herausforderungen.

Heute flatterte die Geburtstagseinladung des Zweitgeborenen ins Haus. Bei seinem nächsten Geburtstag wird er Vater sein. In zwei Monaten soll Das Nesthäkchen zur Welt kommen. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Ich freue mich auf den neuen Erdenbürger.
Freitag, 13.03.26
Der Freitagsfüller fiel mal wieder etwas länger aus. Wenn ich einmal im Flow bin, dann geht das Schreibpferd schon mal mit mir durch.
Die Natur überraschte mich mit einem Regenbogen am Himmel. Später im Laufe eines Gesprächs mit der Chefin stand auf einmal die Frage im Raum, ob am Ende wohl ein Topf voller Gold auf uns warten würde. Beim nächsten Mal machen sich Herr Bretone und ich vielleicht tatsächlich auf die Suche danach.

Den ersten Kaffee des Tages habe ich tatsächlich mit der Würfelkönigin getrunken. Und ich bekam sogar hohen Besuch: Die Katze ( Katze ist tatsächlich ihr Name)ließ sich zu einer Audienz herab. Vermutlich lag es daran, dass der Hund diesmal nicht mit von der Partie war. Nach einer angemessenen Portion Kraulen zeigte sie sich schließlich gnädig – und erlaubte mir sogar, ein Foto von ihr zu machen.

Freitage sind in der OGS schon für sich genommen lebhaft – mit Regen werden sie zur echten Herausforderung. Also habe ich kurzerhand ein Kickerturnier organisiert. Eine spontane Idee, die sofort zündete. Was ich allerdings völlig unterschätzt hatte, war die Lautstärke der begeisterten Zuschauer. Am Ende des Tages ging ich mit einem leicht tauben Ohr nach Hause.
Am Abend schlug mir Amazon dann noch die Serie „Scarpetta“ vor. Die erste Folge hat direkt neugierig gemacht – definitiv eine Serie, bei die ich gerne weiterschaue.
Damit endet dieser Wochenrückblick. Vielen Dank das du mich besucht hast. Allen die meine Beiträge in den letzten Tagen sowohl im Blog, als auch über Mail kommentiert haben sage ich Danke schön. Ihr seid das Salz in der Suppe meines Blogs.

Quelle: Visual Statements
Dein Stille-Bild gefällt mir sehr und danke für den Spieletipp. Eine sehr abwechslungsreiche Woche und ich muss sagen ich bewundere sehr, wie du es schaffst alles so schön festzuhalten. Viele Grüße Ingrid
Hallo Ingrid. Danke schön.
Tolles Nebel Bild. Bei 12 von 12 war es auch mein Liebstes.
Es ist mir immer ein Fest mit euch zu Spielen. 😉
Das neue Bild bei den Montagsstartern finde ich super schön.
Das hört sich nach einem super spannenden Vortrag an. Bin gespannt mehr darüber zu lesen.