Jetzt schauen wir mal, was die nächste Woche bringt. So endete mein letzter Wochenrückblick. Irgendwann hatte ich erzählt, wie ich meinen Wochenrückblick aufbaue, damit ich ihn dann am Samstag nur noch veröffentlichen muss.
Was soll ich sagen: Ich habe es diese Woche schlichtweg vergessen, Notizen zu machen. Im Kalender stehen keine Termine, auf die ich zurückgreifen kann, denn es gab keine Termine. Ich lebe in den Tag hinein. Aufstehen, wenn ich wach werde, schlafen, wenn ich müde bin, dieses oder jenes tun, wenn ich Lust dazu habe. Es gibt keinen zeitlichen Rahmen. Und trotzdem ist sehr viel passiert.
Die Arbeit mit meiner Coachin war anstrengend und intensiv. Lange Telefonate mit Menschen brachten viele Informationen und vor allem Emotionen in mein Leben. Das musste ich erst einmal verarbeiten. Menschen melden sich und wollen sich mit mir treffen, doch ich kann mich nicht festlegen. Denn ich weiß nicht, ob ich zu dem verabredeten Zeitpunkt noch bereit bin, mich zu treffen. Die wenigsten können mit einer spontanen Absage umgehen. Also bleibe ich ganz bei mir und verstehe auf einmal Menschen, die Kontakte mit anderen Menschen meiden.
Und genau das ist es, was ich aus meinem Sommerurlaub mitnehmen möchte: dass ich sehr gut mit mir alleine sein kann und dass ich mich abgrenzen darf. Ich muss es sogar tun, um mich nicht wieder zu verlieren.
Und damit meine ich ganz konkret, dass ich meine Ziele nicht aus den Augen verlieren darf, weil die Ziele der anderen so viel Raum einnehmen. Ich brauche viel mehr Zeit, um mich zu regenerieren. Ich muss nicht vor Arbeitsbeginn noch schnell dieses oder jenes erledigen und nach der Arbeit schnell hierhin und dorthin. Ich möchte mir Raum für meine Projekte geben. Ich möchte so viel über die Natur um mich herum lernen. Das geht jedoch nur, wenn ich mir die Zeit nehme, mich darauf einzulassen.
Mein schnelllebiger Alltag ist nicht der richtige Rhythmus für mich. Denn ich spüre gerade sehr deutlich: Er tut mir nicht gut.
Vielleicht ist das deshalb meine Aufgabe für die nächste Zeit: nicht sofort wieder alles zu verplanen, sondern einmal herauszufinden, wie viel Raum ich eigentlich brauche, damit ich mich in meinem eigenen Leben wieder wohlfühle. Was passiert, wenn ich nicht ständig versuche, die Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen? Wenn ich mich treiben lasse, beobachte, lerne, schreibe und einfach mal da bin?
Mein Ziel ist nicht die Hütte im Wald.
Das ist mein Traum.
Aber vielleicht kann ich mir ein kleines Stück davon schon jetzt in meinem ganz normalen Leben schaffen. Und genau das möchte ich in den nächsten Wochen einmal ausprobieren.
Sonntag, 16.08.26
Bereits beim Aufwachen sind meine Gedanken bei den Waldbränden. Umso mehr tut es der Seele gut, beim Blick nach draußen diesem Grünspecht zuzuschauen, wie er auf dem, was vom Rasen übrig geblieben ist, nach Nahrung sucht – und tatsächlich fündig wird.
Der Hund möchte gerne raus, doch mir ist klar: Wir müssen warten. Warten, bis der Specht mit seinem Frühstück fertig ist.

Bereits beim Aufwachen sind meine Gedanken bei den Waldbränden. Umso mehr tut es der Seele gut, beim Blick nach draußen diesem Grünspecht zuzuschauen, wie er auf dem, was vom Rasen übrig geblieben ist, nach Nahrung sucht – und tatsächlich fündig wird.
Der Hund möchte gerne raus, doch mir ist klar: Wir müssen warten. Warten, bis der Specht mit seinem Frühstück fertig ist.
Wirklich Lust, rauszugehen, hatte ich an diesem Tag nicht. Also nutzte ich die Zeit, um den Wochenrückblick endlich zu veröffentlichen und es mir ansonsten mit einem Buch und einer Serie zu Hause gemütlich zu machen.
Montag, 17.08.26
Montagmorgen. 06.10 Uhr.
Seit einer Stunde regnet es. Ich war bereits mit dem Hund draußen. Im T-Shirt und in kurzer Hose. Weil ich den Regen auf meiner Haut spüren wollte.
So beginnt an diesem Tag mein Montagsstarter. Ich war so glücklich, dass es endlich wieder regnete. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht wissen, dass mich der Regen nicht nur glücklich, sondern auch häufig nass werden ließ. Die ganze Woche über gab es Regen, im Wechsel mit trockenen Zeiten. Es tut einfach gut, nach der langen Trockenheit. Selbst der Hund ging gerne im Regen spazieren.

Und dann ist da noch die 4. Staffel von Reacher, die bei Amazon gestartet ist. Alan Ritchson spielt zum wiederholten Mal den Ex-Militär Reacher, der sich nicht unbedingt an Regeln hält und einen Mord aufklärt. Dabei setzt er gerne auf seine Muskelkraft und hat ein schmächtiges Kerlchen an seiner Seite, der für ihn denkt.
Reacher selbst ist nicht gerade für seine Empathie bekannt, und ich darf mir wirklich keine Gedanken darüber machen, welches gesellschaftliche Bild hier entworfen wird.
Zur Unterhaltung ist diese Actionserie aber bestens geeignet. Und da ich die Bücher dazu kenne, ist es für mich einfach Entspannung pur.
Dienstag, 18.08.26
Auch wenn ich nicht mehr aktiv in der Gruppe der Strickfrauen dabei bin, habe ich an ihrem Ausflug teilgenommen. Die Freundin wurde im letzten Jahr 60 und man hatte sich überlegt, gemeinsam einen Ausflug zu machen. Ich wurde gefragt, ob ich mitmache, und war sofort dabei. Doch dann platzte der ursprüngliche Termin und der Ausflug wurde in die diesjährigen Sommerferien verlegt – hauptsächlich auch, weil ich außerhalb der Ferien nicht freinehmen kann.
Also fuhren wir nach Köln. Am Hauptbahnhof stieß noch ein weiteres Mitglied unserer Gruppe zu uns. Köln begrüßte uns mit Regen und der Nachricht, dass es in der Stadt brennt. Brandgeruch hatten wir ohnehin alle seit Tagen in der Nase, und der Regen verließ uns den ganzen Tag nicht.
Die Beschenkte wusste nur den Ort, nicht das Ziel, und so waren alle bei der Wegfindung sehr geheimnisvoll.
Nachdem wir durch die Stadt gebummelt waren, kehrten wir in einem nostalgischen Café ein. Ich hatte im Vorfeld ein etwas längeres Telefonat mit einer Angestellten geführt, um meine Allergien und die Möglichkeiten zum Essen vor Ort zu klären. Das Gespräch war leider nicht besonders erfreulich. In einer Stadt wie Köln hatte ich mir das anders vorgestellt. Deshalb werde ich das Café auch nicht namentlich erwähnen.
Von dort aus ging es zu unserem eigentlichen Ziel: dem Melaten-Friedhof. Im strömenden Regen liefen wir zweieinhalb Stunden über diesen außergewöhnlichen Friedhof.
435.000 qm mit rund 55.000 Grabstätten, eingebettet in eine wunderschöne Parkanlage – so wird er auf einer Tourismusseite beworben.
Die Gruppe hatte eine Friedhofsführung gebucht. Also liefen wir, in Regenjacken gehüllt und mit Regenschirmen „bewaffnet“, zwischen den Grabreihen umher. Ich war vor vielen Jahren schon einmal mit Alice vom Blog NaturTraumReise dort und wusste daher, dass der Melaten-Friedhof auch eine wunderschöne Naturwelt ist.
Mein Blick ging mehr als einmal nach oben zu den Bäumen. Hin und wieder kreuzten Eichhörnchen unseren Weg. Gleichzeitig fand auf dem Friedhof eine Beerdigung statt. Wir waren an diesem Tag auch nicht die einzige Gruppe, die sich im Rahmen einer Führung dort aufhielt.
Ich habe bewusst – genau wie bei meinem ersten Besuch vor vielen Jahren – keine Gräber fotografiert. Dort liegen einige berühmte Persönlichkeiten, doch mich interessiert weniger die Stellung, die Menschen in der Gesellschaft haben und hatten, als die Frage, was sie in ihrem Leben für andere Menschen getan haben. Ich möchte deshalb auch keine einzelne Geschichte besonders herausheben. Jede hat ihren Platz.
Künstlerisch haben mich die eine oder andere Skulptur und natürlich die alten Bäume angesprochen. Auch davon habe ich keine Fotos gemacht.
Wer neugierig geworden ist, kann sich hier selbst ein Bild machen.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof habe ich dann doch viele Fotos gemacht. StreetArt ist einfach etwas, das mich immer wieder fasziniert
Mittwoch, 19.08.26
Ich fand diesen Sonnenaufgang einfach nur schön. Minuten später stand sie ganz klar am Himmel. Die Luft hat sich verändert, ich bekomme ein Gefühl für den Herbst.

Donnerstag, 20.08.26
Heute las ich bei wirbelwind über den Ausflug nach Bad Segeberg. Im Tal der „Cowboys und Indianer“ heißt der Beitrag.
I ch erinnerte mich daran, dass ich vor vielen, vielen Jahren auch schon einmal dort war. Aber während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir ein: Wir waren gar nicht in Bad Segeberg, sondern mit einer Jugendgruppe der AWO in Elspe.
Letztendlich ist der Ort egal, denn Fakt ist: Ich würde gerne noch einmal zu den Karl-May-Festspielen.
Die Bücher von Karl May waren meine liebsten Begleiter und die erste Buchreihe, die ich mir als junger Mensch vom Taschengeld erspart habe. Lange haben sie mich begleitet, bis ein Wasserschaden im Jahr 2007 sie zunichtemachte.
Winnetou III konnte ich lange nicht zu Ende lesen, denn mit seinem Tod „starb“ auch ich. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Geschichte ohne Winnetou weitergehen sollte.
Meine Lieblingsgeschichte war Unter Geiern. Und als die Bücher irgendwann verfilmt wurden, schaute ich sie mir natürlich an. Der Starschnitt von Pierre Brice als Winnetou aus der Bravo zierte lange Zeit mein Zimmer.

So sah meine Bücherreihe aus. Ich hatte sie alle.
Heute schaue ich ein wenig wehmütig bei Bookbot vorbei und überlege, ob ich sie mir wieder kaufen soll. Zumindest Unter Geiern oder Winnetou. Einfach so. Zur Erinnerung
Freitag, 21.08.26
Seit einigen Tagen folge ich den Baumrettern auf Instagram. Heute erreichte mich eine Buchempfehlung, die ich unbedingt mit euch teilen möchte.
Die Leseprobe hat mich bereits mit ihrem Vorwort eingefangen. Doch mit dem ersten Satz wanderte das Buch ganz oben auf meine Wunschliste.
Der Newsletter der DUH enthielt heute die Aufforderung, eine Petition zu unterschreiben: „Die Bundesregierung muss jetzt die richtigen Weichen stellen“ – mit dem lang angekündigten Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur und mehr Investitionen in die Renaturierung.
Denn intakte Ökosysteme schützen unser Grundwasser und machen uns widerstandsfähiger gegen Extremwetter.
Das hat mich neugierig gemacht. Ich hatte das Thema bisher nur am Rande mitbekommen und wollte genauer wissen, worum es dabei eigentlich geht. Also habe ich angefangen zu recherchieren – und bin inzwischen mittendrin.
Aus der kleinen Notiz im Newsletter wird deshalb wohl ein neuer Beitrag für Brigantis Kosmos. Nicht heute und auch nicht nächste Woche. Aber zu einem späteren Zeitpunkt wird hier mehr über natürliche Infrastruktur, Renaturierung und die Frage zu lesen sein, was das eigentlich mit unserem Alltag zu tun hat.


