Irgendwie wusste ich nicht, wie ich diesen Wochenrückblick beginnen soll, und so hat es bis heute Nachmittag gedauert, bis er endlich online geht. Zwischen ihm und dem letzten Wochenrückblick liegen immerhin drei Wochen.
Zu Beginn der Sommerpause dachte ich noch, die Zeit würde ganz gleichmütig verrinnen. Und doch gab es immer wieder Spitzen – ein bisschen wie bei einem EKG. Die vergangene Woche lässt sich dagegen eher mit einem heranbrausenden Sturm vergleichen, dessen Orkanhaftigkeit im Waldbrand im Hohen Venn ihren vorläufigen Höhepunkt findet.
Es begann im Hürtgenwald und mit der Meldung der Warn-App NINA, dass selbst wir in unserer 48 Kilometer entfernten Kleinstadt Fenster und Türen schließen sollte. So wurde die Sache plötzlich sehr konkret. . Der Wind dreht, die Warnung ist noch nicht aufgehoben. Heute Morgen hatte ich beim Aufwachen zum ersten Mal seit ein paar Tagen keinen Rauchgeruch in der Nase.
Doch die Wolken sehen anders aus. Das sieht man, wenn man Wolkengucker und Wolkenfotograf ist.

Unsere Wege, Vorgärten, Wohnanlagen ringsherum sind trocken. Die Trockenheit dieses Sommers ist nicht mehr zu übersehen.

Und meine Gedanken schweifen täglich zu den Feuerwehrleuten, Bauern, Soldaten und Zivilisten, die seit Tagen alles daransetzen, den Wald, die Tiere und die Menschen zu schützen und zu retten. Und zu den unzähligen Helfern die im Hintergrund diese Männer und Frauen versorgen.
Ich fühle mich hilflos. Manchmal erscheint mir das, was ich tue, geradezu sinnlos. Was kann ich schon tun mit meinem kleinen Blog? Die Welt retten? Sicher nicht. Den Klimawandel oder die Klimakrise aufhalten? Schon gar nicht.
Und dann erreicht mich eine kleine Nachricht:
„Ich glaube, dein Blog hat doch Einfluss auf mich. Ich überlege, meine Terrasse anders zu gestalten.“
Eine Terrasse ist doch ein Anfang – oder?
Doch nicht nur die vergangenen sieben Tage hatten ihre Spitzen. Auch während der Sommerpause gab es immer wieder kleine Dinge, die mich beschäftigt, neugierig gemacht oder einfach zum Ausprobieren verleitet haben. Drei davon möchte ich euch noch nachreichen, bevor ich mich den vergangenen sieben Tagen widme.
Wenn das Immunsystem aus der Balance gerät
In der Tageszeitung steht ein Interview mit Lothar Rink, Professor für Immunologie an der Uniklinik Aachen. Bereits im ersten Satz beginne ich zu stolpern:Das Immunsystem muss in Balance sein. Ist es zu schwach, steigt die Infektanfälligkeit. Ist es zu stark, entstehen Autoimmunerkrankungen oder Allergien . Aktuell nehme ich wieder einige Nahrungsergänzungsmittel zu mir, um mein Immunsystem zu stärken. Auf der anderen Seite wundere ich mich seit Jahren, dass ich auf immer mehr Lebensmittel allergisch reagiere. Im Laufe des Artikel jedoch erfahre ich für mich nichts neues und lasse die Erkenntnis so stehen. Wieder sind wir bei unserem Gesundheitssystem. Denn ein Test, um festzustellen, ob ich ausreichend mit Vitaminen und anderem versorgt werde, muss privat bezahlt werden.

Das Projekt Buntes Band in Würselen
Manchmal genügt ein Zeitungsartikel, um einen Gedanken anzustoßen, der einen nicht mehr loslässt.
In der Zeitung las ich einen Bericht über das Projekt „Buntes Band“ in Würselen – einer Stadt, die nur etwa zwölf Kilometer von Baesweiler entfernt liegt. Das Projekt verfolgt das Ziel, öffentliche Flächen naturnaher und artenreicher zu gestalten und damit Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere zu schaffen. Gleichzeitig trägt es dazu bei, die Stadt an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Ich habe den Artikel in Ruhe gelesen, die beschriebenen Orte recherchiert und mir die einzelnen Standorte auf der Karte angesehen. Dabei entstand ein neuer Gedanke: Warum nicht selbst dorthin fahren und mir das Projekt einmal aus nächster Nähe ansehen?
Je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr kreisten meine Gedanken um eine andere Frage:
Wäre etwas Vergleichbares auch in meiner Stadt möglich?
Diese Frage kam nicht von ungefähr. Erst vor Kurzem waren die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt eingeladen, ihre Ideen und Wünsche zur Stadtbegrünung und zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels einzubringen. Der Bericht aus Würselen zeigte mir, dass solche Projekte keine Zukunftsmusik sein müssen, sondern bereits direkt vor unserer Haustür umgesetzt werden.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich dieser Artikel so begeistert hat. Er hat nicht nur meine Neugier geweckt, sondern auch den Wunsch, genauer hinzusehen, Fragen zu stellen und Ideen mitzunehmen. Denn manchmal beginnt Veränderung genau dort – mit einem Spaziergang, offenen Augen und der Bereitschaft, sich inspirieren zu lassen.
Kamera oder Handy? Mein kleiner Fotografie-Test
Endlich, endlich habe ich mir die Zeit genommen und meine Sony Alpha 280 wieder hervorgeholt. Der Akku war geladen, die Speicherkarte geleert – ich war startklar.
Mit dem Fahrrad ging es zu einem bestimmten Ort, denn ich wollte die Landschaft rund um die Felder fotografieren. Ein bisschen Ruhe, ein bisschen Natur und endlich wieder mit einer „richtigen“ Kamera unterwegs sein.
Doch schon beim Blick auf das Kameradisplay war ich unsicher. Irgendwie wirkten die Bilder nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Farben, die Schärfe – irgendetwas fehlte.

Also machte ich den Vergleich und holte mein Handy heraus.
Und tatsächlich: Auf dem kleinen Display sahen die Handyfotos spontan besser aus.
Ich fotografierte weiter, insgesamt entstanden etwa 40 Bilder, und anschließend ging es wieder mit dem Fahrrad nach Hause.
Am PC kam dann die Überraschung: Die Fotos vom mobilen Endgerät waren deutlich ansprechender als die Aufnahmen mit der Sony Alpha.
Aber ich wäre nicht ich, wenn ich jetzt einfach aufgeben würde. 😉 Natürlich wollte ich wissen: Woran liegt es?
Also begann die Fehlersuche. Mit Hilfe von ChatGPT überprüfte ich die Kameraeinstellungen – und tatsächlich gab es einiges, was optimiert werden konnte.
Die Sony Alpha bekommt also eine zweite Chance.
Der nächste Fotoausflug ist bereits geplant. Denn vielleicht liegt es gar nicht an der Kamera, sondern nur daran, dass ich nach längerer Pause erst wieder mit ihr vertraut werden muss.
Beispielbild 1: Aufnahme mit der Sony Alpha 280

Beispielbild 2: Aufnahme mit dem Handy

Ich bin gespannt, welche Unterschiede man bei den nächsten Versuchen sehen wird.
Ab hier startet nun der gewohnte Wochenrückblick
Dienstag, 13.08.26
Maß halten ein Blogbeitrag von Thomas Malfertheiner bestätigt meine Gedanken zum Thema Wasser.
In der Sommerpause war mein Ziel, meinen Alltag zu entschleunigen. Dazu gehörte tatsächlich auch der Kauf einer Fernsehzeitung in Papierform. Und plötzlich fühlte ich mich ein wenig zurückkatapultiert in eine Zeit, in der man nicht einfach im Internet nachschaute, was gerade läuft, oder sich durch die Streaminganbieter scrollte. Stattdessen blätterte ich durch das Fernsehprogramm und überlegte, was ich heute Abend eigentlich sehen möchte.
Ein kleines Stück Entschleunigung auf Papier – und irgendwie hat es mir gefallen.

Eine kühle Oase mitten in der Stadt
Mit der Kamera ging es heute in den Pfarrgarten. Die Küsterin wollte mir eigentlich nur ihre Hühnerschar vorstellen – doch ich fand viel mehr als das: eine kühle Oase mitten in der Stadt. Genau so etwas, von dem ich träume und das ich mir viel häufiger wünschen würde.
Unter einer alten Rotbuche leben die Hühner in ihrem Auslauf. Überhaupt besteht dieser Pfarrgarten zu einem großen Teil aus Blätterdach. Ein wunderschöner Ahorn, die alte Buche und weitere große Bäume bilden ein grünes Dach. Unter den Füßen spürt man das Moos.
Ich könnte dort stundenlang sitzen und einfach nur beobachten: die Hühner, das Licht, die Bäume und all das Leben, das sich unter diesem Blätterdach abspielt.
Meine schönsten Bilder aus diesem besonderen Garten findest du im Beitrag 12 von 12 im August.
Die Sonnenfinsternis am Abend habe ich übrigens nicht beobachtet – mir fehlte die spezielle Schutzbrille. Stattdessen habe ich während der Hunderunde das besondere Abendlicht fotografiert. Auch das hatte seinen eigenen Zauber.


Donnerstag, 13.08.26
Die Leserin unterwegs
Die Leserin war ebenfalls mit ihrer Kamera am Mittwoch unterwegs. Sie schickte mir Fotos von einer anderen Oase – oder vielmehr von einem reich gedeckten Buffet für viele Insekten.
Im Naherholungsgebiet unserer Stadt gibt es ein großes Blumenfeld. Auf ihren Fotos ragen besonders die Sonnenblumen hervor.
Sonnenblumen sind meine Lieblingsblumen. Deshalb findet eines ihrer Fotos natürlich einen Platz in meinem Rückblick.

Freitag, 14.08.26
Kinderbücher für große Menschen
Ich möchte euch heute einen Instagram-Account vorstellen, über den ich eher zufällig gestolpert bin: die Kinderbuchlotte.
Und jetzt kann ich irgendwie nicht mehr aufhören zu stöbern.
Kinderbücher sind einfach so schön und häufig auch viel tiefgründiger, als man auf den ersten Blick denkt. Genau das Richtige also auch für Erwachsene.
Dabei fällt mir ein: Ich hatte bereits im April angekündigt, dass die Lesestube in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Kinder- und Bilderbücher bekommen soll. Bis auf einen Beitrag ist daraus bisher allerdings nicht besonders viel geworden. Nun ja – manchmal brauchen gute Vorsätze eben etwas länger.
Vielleicht ist die Kinderbuchlotte ja ein kleiner Anstoß, dieses Vorhaben endlich wieder aus der Schublade zu holen.
Und damit bin ich wieder mitten im normalen Blogalltag angekommen. Die zwei Wochen Blogsommerpause vom 24.07. bis zum 07.08. sind vorbei, seit dem 08.08. genieße ich meinen Urlaub – und trotzdem hatte ich offenbar genug zu erzählen, um diesen Wochenrückblick ziemlich umfangreich werden zu lassen. 😉
Es ist schön, wieder regelmäßig zu schreiben. Und vielleicht tut es dem Blog sogar ganz gut, wenn nicht immer alles nach einem festen Plan passieren muss.
Jetzt schauen wir mal, was die nächste Woche bringt.