Manchmal sind es gerade die besonders vollen Wochen, die einem erst im Rückblick zeigen, wie viel eigentlich passiert ist. Die ersten Ferientage waren bunt, lebendig und voller kleiner Begegnungen. Zwischen Alltag und Ferienspielen blieb kaum Zeit, alles bewusst wahrzunehmen und die vielen Eindrücke wirken zu lassen. Umso schöner ist es, nun noch einmal zurückzublicken und die kleinen Momente festzuhalten, die diese Woche besonders gemacht haben.
Und manchmal zeigen solche Wochen auch, wie wertvoll Menschen sind, die einen begleiten. Menschen, die zuhören, ehrlich ihre Meinung sagen und einen daran erinnern, gut auf sich selbst aufzupassen. Deshalb geht mein Dank in dieser Woche an Die Aachenerin und Die Eremitin. Danke für eure Zeit, eure Geduld und eure Unterstützung.
Bevor wir in die täglichen Rückblicke starten, gibt es heute noch eine kleine Ergänzung. Im Laufe der Woche sind mir sechs Gruppierungen begegnet, die thematisch gut zu den Erlebnissen passen. Da sie sich nicht sinnvoll in die einzelnen Tagesberichte einfügen ließen, bekommen sie heute ihren Platz direkt zu Beginn des Wochenrückblicks.
Gesehen: Netflix – Tyler Rake Extraction 1 + 2; ZDF – Wolfssommer–Blutige Spuren
Gelesen: Der 8. Mann von Lee Child, Festschrift des Puffendorfer Schützenvereins, UR-Medizin,
Gekauft: Buch Ur-Medizin von Storl,
Gelernt: Einsatz der Heißklebepistole
Gespielt: So Kleever, Mahjong, Das perfekte Wort, Azul, Halme, Mensch Ärgere dich nicht, Harmonies(online), Halali, Hitster, Mischwald

Sonntag, 19.07.26
Ein lang geplanter Besuch bei der Camperin, bevor sie und ihre Familie wieder in Urlaub fahren. Wir kennen uns seit 28 Jahren, haben viel miteinander erlebt, uns auseinandergelebt und wiedergefunden. Zwei- bis dreimal im Jahr treffen wir uns – mal mit, mal ohne Familie. Heute saßen wir im Garten, mit Blick auf mein altes Zuhause. Nach den nachdenklichen Gedanken heute Morgen mal wieder ein interessanter Zufall. Hatte ich doch am Morgen festgestellt, dass ich das, was ich mir heute erträume, früher schon einmal hatte. In einem anderen Leben, auf der anderen Straßenseite.
Wir sprachen über meinen Besuch bei der Coachin und über meine Selbstzweifel.Dann sprach sie etwas aus, das ich nie erwartet hätte. Ihre Worte bleiben zwischen uns. Aber sie erzählte mir, was sie all die Jahre an mir wahrgenommen hatte. Dass manches, was für mich selbstverständlich war und oft ungesehen schien, eben doch gesehen wurde. Das hat mich tief berührt.
Montag, 20.07.26
Der letzte Abend mit meiner Mitbewohnerin sollte etwas Besonderes werden. Ihr Wunsch: ein gemeinsamer Spieleabend.
Wir starteten mit einer Runde Hitster, bevor ich ein Spiel aus unserem Fundus hervorholte, das sie noch nicht kannte: Halali.

Zum Abschluss wurde es nostalgisch. Erinnerst du dich noch an die Diddl-Maus der 90er-Jahre? Tatsächlich besitze ich noch ein Rommé-Kartenspiel aus dieser Zeit. Die Regeln waren schnell erklärt, und ehe wir uns versahen, spielten wir eine Runde nach der anderen.
Während die Karten über den Tisch wanderten, wanderten meine Gedanken wieder in meiner Jugend. Ich saß am Küchentisch meiner Tante, die Rommé mit großer Leidenschaft spielte. Wenn sich die Familie traf, wurde gemischt, gelegt und gelacht – und ich durfte mitspielen.
Das Kartenspiel und die Erinnerungen musste ich unbedingt mit jemandem teilen. Also schickte ich meiner Cousine ein Bild und wir plauderten eine Weile. Ein schöner Abschluss des Tages.
Dienstag, 21.07.26
Vor der Schule parkten zwei Reisebusse für den Ausflug der Ferienspielkinder. Ausgerechnet sie versperrten die Einfahrt einer meiner Strickfreundinnen, die direkt neben der Schule wohnt. Sie schrieb mir kurzerhand eine Nachricht und fragte, wann wir denn losfahren würden – schließlich trafen sich die Strickfreundinnen heute bei ihr.
Für einen kurzen Moment hätte ich am liebsten auf die andere Zaunseite gewechselt. Einfach in ihren Garten gehen, die Stricknadeln auspacken, mit den Freundinnen plaudern und später entspannt mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Was für ein verlockender Gedanke.
Stattdessen warteten 77 Kinder auf ihren Ferientag. Gemeinsam mit sechs Kolleginnen machte ich mich auf den Weg zum Outdoorspielplatz nach Nörvenich. Unsere wichtigste Aufgabe: 77 grüne Kappen im Blick behalten. Am Ende konnten wir zufrieden feststellen: Niemand wurde verletzt, niemand ging verloren und niemand musste hungrig nach Hause fahren. Genau so sollte ein Ausflug mit Kindern enden.
Zu Hause warteten bereits der Hund und der Haushalt auf mich. Doch für ein paar Seiten in meiner neuesten Buchanschaffung reichte die Energie noch. Ein kleiner Moment der Ruhe nach einem Tag voller Verantwortung.

Mittwoch 22.07.26
Ein kurzer, knapper Kommentar auf meinem Blog macht mich neugierig. Ein neuer Leser. Ich besuche seinen Blog und finde mich vor einem passwortgeschützten Teilbereich wieder. Das macht mich neugierig.

Der Mittwoch startete früh und die Ferienspiele gingen weiter. Ein Tag voller Eindrücke, Begegnungen und kleiner Herausforderungen.
Donnerstag 23.07.26
Die „galaktischen Ferienspiele“ sind voll in Fahrt. Heute haben wir Fotos mit den Kindern gemacht, und natürlich war ich das Versuchskaninchen.

Das Bookbike der Stadtbücherei hat uns mit Lesestoff versorgt und galaktische Cake Pops gab es auch.
Bei der Morgenrunde ist mir etwas aufgefallen. Schau dir die beiden Fotos an und überlege, was es ist. Etwas, das man nicht nur sehen, sondern auch hören kann.
Und – hast du eine Idee?


Die Lösung ist ausgerechnet das, was fehlt.
Vor ein paar Jahren summte und brummte es in diesem Wildblumenbeet vor der Schule an jeder Ecke. Bienen, Hummeln, Wespen und Schwebfliegen waren ständig unterwegs. Heute? Nichts. Kein Summen, kein Brummen, kein geschäftiges Treiben zwischen den Blüten. Nicht eine einzige Biene, Wespe oder Schwebfliege war zu sehen – oder zu hören.
Diese Stille hat mich nachdenklich gemacht. Vielleicht war es nur ein Moment, vielleicht steckt mehr dahinter. Doch sie beunruhigt mich.
Wie geht es dir damit? Ist dir so etwas in deiner Umgebung auch schon aufgefallen?
Freitag, 24.07.26
Eine treue Leserin meines Blogs war in diesen Tagen in Hamburg unterwegs. Sie schrieb mir, dass das Lesen von Brigantis Kosmos ihren Blick auf die Welt verändert habe. Natürlich hat sie die bekannten Sehenswürdigkeiten und die schönen Seiten der Stadt genossen. Doch immer wieder blieb ihr Blick an den Bäumen, den Blumeninseln und der Begrünung im Stadtbild hängen.

Genau das hat mich gefreut. Zu wissen, dass mein Blog Menschen dazu anregt, die Natur auch mitten in der Stadt bewusster wahrzunehmen, ist für mich eines der schönsten Komplimente überhaupt.
Ankündigung
Sommerpause bei Brigantis Kosmos
In den kommenden zwei Wochen wird es hier etwas ruhiger. Ich gönne mir eine kleine Sommerpause, sammle neue Eindrücke und freue mich darauf, dich anschließend wieder mit Geschichten rund um Natur, Balkon, Bücher und den Alltag zu begleiten.
Der nächste Newsletter und neue Beiträge erscheinen Mitte August. Bis dahin wünsche ich dir und allen die dir wichtig sind, eine schöne Sommerzeit!
Den Dank kann ich nur zurückgeben.
Eine Freundschaft zu haben,
wo man ehrlich miteinander auch sch… Themen besprechen kann,
wo man den anderen auch mal zum Teufel wünscht, wenn die Wahrheit unangenehm ist
wo man man selbst sein kann und
wo man doch immer sagen kann „Ich hab dich lieb“, es alles ist gut, lass uns drücken,
Ist ein Geschenk. Also danke dir dafür und es ist mir eine Ehre deine Freundin zu sein.
Danke.
Mir fällt auf, dass es mehr Schmetterlinge hat. Auf dem Feldweg habe ich vor zwei Tagen einen Schwalbenschwanz gesehen, bei mir flattern grosse. orangfarbene um die Trauerweide, die mir noch nie aufgefallen sind. Mücken hat es dieses Jahr sehr wenige und die Wespen halten sich auch (noch?) zurück. Dafür schiesst die eine oder andere Hornisse von Baum zu Baum.
Das Buch von Storl fehlt noch in meiner Bibliothek, aber ich lese ihn sehr gerne.
Liebe Grüsse von Regula
Es ist mein erstes Buch von ihm und ich kann nicht aufhören zu lesen. Im Ohr habe ich seine markante Stimme. Liebe Grüße