Wochenrückblick 29/26 – Persönliche Gedanken, besondere Begegnungen und kleine Glücksmomente im Alltag

Sonntagmorgen. Ich sitze vor der Tastatur und denke. Du musst unbedingt den Rückblick schreiben. Etwas das ich so unfassbar gerne mache, fällt mir heute Morgen schwer. Nicht, weil ich nichts zu erzählen hätte. Wann war das jemals so? Es gibt einen Satz, der mir vor einer Stunde durch den Kopf geschossen ist, ganz spontan, ohne Vorwarnung.

Ich sah bei Instagram ein Video. Jemand postet seinen Innenhof, total gemütlich und einladend. Ich kenne ihn seit ein paar Jahren und weiß genau wie es sich anfühlt dort zu sitzen. Ich stelle mir vor, wie ich heute dort hinfahre, an die Türe klopfe und frage:

Darf ich mich einen Moment in deinen Hof setzen und so tun, als würde ich das Leben führen, das ich mir wünsche und das mich glücklich macht?“

Ich hatte den Satz noch nicht zu Ende gedacht, als der nächste Gedanke mich überfiel: „Wow, was ist das denn?“

Ja, genau. Was ist das denn?

Ich gebe eine Frage an dich weiter oder vielleicht auch zwei:

  1. Führst du das Leben, dass du dir wünscht ?
  2. Bist du glücklich, auch wenn es nicht so ist ?

Sonntag, 12.07.26

12 von 12 im Juli erschien heute pünktlich und vollständig. Mein Lieblingsfoto des Tages eine Erinnerung an die Kindheit der Mitbewohnerin.

Lange ist es her. Heute waren wir mit der Familie des Maimädchens und Löwentochter samt Ehemann gemeinsam essen. Auch in dieser Konstellation wollten wir den schulischen und menschlichen Erfolg feiern.

Montag, 13.07.26

Im Montagsstarter ging es um die Frage nach Modesünden und ich erwähnte das Thema weiße Socken in Sandalen. antetanni schrieb daraufhin, dass es heute ja auch bei den jungen Menschen in sei, hochgezogene weiße Strümpfe zu tragen.

Gedanklich war ich direkt bei Sailor Moon und die Musikbox in meinem Kopf stellte sich an.

Wie passend, dass am Nachmittag ein Paket für die Mitbewohnerin kam. Es enthielt drei Mangas der Serie Sailor Moon.

Dienstag, 14.07.26

Die Ferienlesetasche ist bei mir eingezogen. Noch mehr Lesestoff, aber das wird in zwei Wochen kein Problem sein. Denn in zwei Wochen beginnt mein Urlaub zu Hause.

Ich habe bewusst nichts geplant, als Gegensatz zum Alltag.

Überall schwirren kurz vor Ende des Schuljahres die Schülerpraktikanten herum. Bei uns schlagen häufig ehemalige Schüler auf, nicht weil sie unbedingt etwas über den Beruf lernen möchten. Es liegt in der Nähe und die Schule kennen sie.

In zweier oder dreier Gruppen sitzen sie dann im Kreativraum, malen Mangas aus, die sie mit nach Hause nehmen und unterhalten sich mit den Kindern. Die wiederum sind begeistert, das „Gleichaltrige“ mit ihnen herumalbern und ihnen zuhören.

An den letzten Tagen habe ich mir „Sullivans Crossing“ angeschaut. 10 Folgen der 4.Staffel waren so schnell vorbei. Im Fernsehen war nichts Gescheites zu sehen. Also einmal durchschauen.

Es ist schon faszinierend wie der Fernsehkonsum verändert hat. Als ich Grundschülerin war gab es tatsächlich nur ARD, ZDF und WDR. Später kam dann noch RTL dazu. Ferienfernsehprogramm lief morgens ab acht Uhr, bis mittags. Selten habe ich es geschaut. Eigentlich nur, wenn die Ferien verregnet waren. Was alle zwei Jahre vorkam.

Heute bin ich selber dem allzeit Möglichen verfallen.

Mittwoch, 15.07.26

Ein alter Freund stirbt.

Die Kreuzung in der Gasse hinter unserem Gymnasium ist für mich ein magischer Ort.

Als ich vor zwanzig Jahren zum ersten Mal dort entlangging, standen die drei majestätischen Eichen kraftvoll an dieser Kreuzung. Rundherum gab es noch weitere Eichen. Doch sie waren es, die mich von Anfang an anzogen.

Vor circa fünf Jahren wurde die Wiese gegenüber den drei Eichen zugepflastert – für einen Parkplatz und ein Seniorenheim. Nach und nach konnte ich beobachten, wie eine der drei Eichen nicht mehr so gesund und kräftig wirkte. Dass es in den letzten Jahren kaum regnet, trägt zu ihrem Sterben bei.

Auch die Sträucher rundherum wirken welk und brauchen Wasser. Sie kippen bei Sturm um, sind trocken. Mich hat dieser Anblick am frühen Mittwochmorgen unfassbar traurig gemacht.

Die Eiche auf dem Schulhof steht unter Naturschutz. Dreimal in der Woche kommt ein Stadtmitarbeiter und gießt sie. 500 Liter pro Besuch.

Das Sterben der anderen Bäume interessiert kaum jemanden.

Donnerstag, 16.07.26

Letzter Schultag vor den Ferien für mich und die Mitbewohnerin. Traditionell geht es für uns zur Frittenbude.

french fries in stainless steel basket
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Hinter dem Tresen steht eine Frau und schwitzt. Vor dem Tresen eine weitere Kundin und ein Kunde.

Spontan, wie ich bin, meinte ich zur Angestellten (wir duzen uns): „Ich bin so froh, dass du da bist. Deinetwegen muss ich nicht in der Küche stehen und schwitzen.“

Sie war so verblüfft. In diesem Moment wurde auch den anderen beiden bewusst, welches Glück wir haben, dass es sie gibt. Denn keiner von uns hatte Lust, bei dieser Hitze in der Küche zu stehen.

Den Satz „Augen auf bei der Berufswahl“ finde ich so manches Mal unverschämt. Ja, andere leisten ihren Dienst für uns. Aber wer sind wir, dass wir es als selbstverständlich hinnehmen?

Vielleicht sollten wir viel öfter innehalten und sehen, was andere für uns tun.

Freitag, 17.07.26

Letzter Schultag für die Kinder in NRW. Die Sommerferien beginnen. Im Freitagsfüller erzähle ich aus meinen Ferien in Kindertagen.

Die 4.Klässler unserer Schule verlassen uns heute. Normalerweise bin ich dabei, egal ob ich Betreuerin in dieser Gruppe bin oder nicht. Ich kenne die Kinder seit vier Jahren und der ein oder andere ist mir ans Herz gewachsen.

Doch heute hatte ich keine Zeit. Auch wenn mein Termin für mich sehr wichtig war, wurde ich sehr wehmütig als ich die Fotos und Videos bei Der Aachenerin, Der Würfelkönigin und Der Leserin sah.

Vor kurzem erzählte ich doch von meiner TikTok und Instagram Blase. Die begegnete mir dann auch an diesem Freitag.

Die Kinder ließen, wie in jedem Jahr, Luftballons aufsteigen. Mein Algorithmus zeigte mir dieses Bild.

Und plötzlich bekam dieser schöne Brauch eine andere Seite. Beides kann gleichzeitig existieren: die Freude der Kinder über diesen besonderen Abschiedsmoment und die Verantwortung, die wir für unsere Umwelt und die Tiere tragen.

Doch was ist die Alternative zu diesem schönen Brauch?

Hast du eine Idee?

Fazit einer Woche

Vielleicht ist genau das die Kunst im Alltag: die schönen Momente zu bewahren und gleichzeitig offen dafür zu sein, was wir vielleicht verändern können.

Diese Woche hat mir wieder gezeigt, wie viele kleine Geschichten in ganz normalen Tagen stecken. Manche bringen ein Lächeln, manche machen nachdenklich. Aber genau diese Momente sind es, die bleiben.

Die Frage vom Anfang begleitet mich dabei immer noch: Führe ich das Leben, das ich mir wünsche?

Vielleicht liegt die Antwort nicht in den großen Veränderungen, sondern in den vielen kleinen Augenblicken dazwischen.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und eine Woche voller Momente, die dein Herz berühren.

Life is made up of small pleasures. Happiness is made up of those tiny successes. The big ones come too infrequently. And if you don’t collect all these tiny successes, the big ones don’t really mean anything.

3 Gedanken zu „Wochenrückblick 29/26 – Persönliche Gedanken, besondere Begegnungen und kleine Glücksmomente im Alltag

  1. Statt Luftballons steigen zu lassen (zB in den Niederlanden deswegen schon länger untersagt) kann man vielleicht Papierflieger mit Wünschen und Träume nehmen. Ja, die landen wieder, aber das tun Wünsche auch. Man kann sie aufheben, auf ein blaues Plakat kleben und vielleicht schreibt jemand anderes darauf, dass diese Wünsche hoffentlich in Erfüllung geht oder Ähnliches. Und hängt für einige Zeit…?
    Schöne Ferienzeit.
    Liebe Grüße
    Nina

  2. Führe ich das Leben, das ich mir als Teenager gewünscht habe? Das kann ich trotz Hakenschlagens und Knüppel zwischen die Beine bejahen.Wünsche ich heute ein anderes Leben als ich es mir damals erträumt habe? Man verändert sich ja normalerweise. In Details vielleicht, nicht im Großen und Ganzen.

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