Wochenrückblick 28/26

Manchmal reicht ein einziges Video aus, um einen die ganze Woche über zu begleiten. So ging es mir mit einem YouTube-Video, das ich immer wieder im Kopf hatte. Es erzählt von Kristian, der in einer Scheune lebt und sich bewusst für ein einfaches Leben entschieden hat. Natürlich kann und will nicht jeder aussteigen und in eine Scheune ziehen. Darum geht es auch gar nicht. Und so einfach wie es aussieht ist es nicht, denn auch er arbeite viele Stunden am Tag.

Vielleicht hat mich das Video deshalb so beschäftigt, weil ich mich darin ein Stück weit wiedergefunden habe. Auch mein Leben verändert sich langsam. Weniger spektakulär, ohne Scheune und ohne den großen Ausstieg. Dafür Schritt für Schritt. Ich versuche immer öfter, Entscheidungen danach zu treffen, was zu mir passt – und nicht danach, was man eben so macht. Das gelingt nicht immer. Aber immer häufiger. Und vielleicht ist genau das der eigene Rhythmus, nach dem ich so lange gesucht habe.

Vielleicht lohnt es sich, ab und zu innezuhalten und zu prüfen, ob der eigene Rhythmus noch der eigene ist.

Sonntag, 05.07.26

Turniersonntag. Zu meiner Freude begleiten uns Die Aachenerin und ihre Familie. Der Teenager der Familie ist ein bemerkenswerter Teenager. Obwohl klar war, dass sie sich langweilt, gab es kein Gequengel, wie das heute so üblich ist. Sie hat sich selbst beschäftigt, als die Mitbewohnerin tanzte, hat sie interessiert zu geschaut und ansonsten dem Tanztheater nichts abgewinnen können. Trotzdem blieb sie mit uns bis zum Schluss, obwohl sie jederzeit die Möglichkeit gehabt hätte nach Hause zu fahren. Es waren ja nur wenige Kilometer.

Zum ersten Mal tanzte die Mitbewohnerin in Heimatnähe. Obwohl sie ihren „Dämonen“ begegnete, hat sie es geschafft und sie bezwungen. Sie „lieferte“ eine konstante Leistung und hat somit auch ihr „Klassenziel“ erreicht. Das Trainerteam, Freunde und Familie sind stolz auf sie.

Normalerweise kommen wir sonntags sehr spät nach Hause. Wegen der kurzen Anreise, war es noch Nachmittag. Herr Bretone verbrachte den Tag bei der Familie der Würfelkönigin. Wir haben ihn natürlich nicht nur einfach abgeholt. Es wurden ein paar Dartpfeile geworfen und noch lange zusammen gesessen und gequatscht.

Montag, 06.07.26

Ich scrollte durch meine Instagram Beiträge. Und bereits beim zweiten Eintrag blieb ich hängen. Eine Vorschau zu diesem Video. Youtube – Anders Abgebogen . Dieses Video enthält für mich so viele Überraschungen. Und wie eingangs erwähnt, hängt es mir nach, weil es eine Seite in mir zum Klingen gebracht hat.

Mein Jahrgang muss nach heutigem Wissensstand bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Dann erst lockt die nicht vorhandene Rente. Noch so viele Jahre, noch so viel kann passieren. Die Frage für mich ist, leben oder gelebt werden. Was ist für mich möglich?

Es lohnt sich Yannick´s Seite zu besuchen. Dort hat er einen Beitrag über das reale Leben im Van versucht zu dokumentieren. Sein Idee „anders abgebogen“ ist im Juli 2026 zum ersten Mal online gegangen.

Dienstag, 07.07.26

Im Montagsstarter ging es um das Thema Buttermilch. Auf meiner Blogreise las ich, dass es in einem Haushalt keine Buttermilch mehr gibt, weil gewisse Hersteller boykottiert werden. Ich persönlich versuche ja keine Produkte einer Firma zu kaufen, die Grundwasser stiehlt, um uns das Wasser teuer zu verkaufen. Wie stehst du zu solchen Boykott-Aktionen ?

Den Blog von Silke „Unterwegs mit mir „ habe ich durch Zufall gefunden. Wir haben beide auf einer anderen Website einen Kommentar hinterlassen. Jetzt habe ich ihren Reiseblog abonniert, weil ich so voller Fernweh bin.

Mittwoch, 08 07.26

Gedanken sind dazu da, uns zu dienen, nicht, uns zu beherrschen.

Zitat aus dem Buch: Über der Brandung
von Franziska Jebens

Eine Woche der NetGalley Urlaubsreise ist vergangen und wie bei jeder Reise ist sie individuell. Ich bin langsam und in meinem Tempo unterwegs. Das Buch „Über der Brandung“ ist so schön, das ich auf der einen Seite nicht weiter lesen möchte, um im Moment zu verharren und auf der anderen Seite wissen möchte wie es weiter geht. Liegt es an meiner eigenen Sehnsucht „aussteigen“ zu wollen. Ich habe mich entschieden noch drei weitere Reisen zu unternehmen. Mehr schaffe ich in der vorgegebenen Zeit nicht. Diese Bücher bereichern nun meinen E-book Lesestapel:

Ein Teil der letzten Reihe war heute beim Kneipenquiz unterwegs. Lange konnten wir unseren ersten Platz verteidigen, doch in der letzten Runde wurden wir noch von einer anderen Gruppe überholt. Trotzdem stand der Spaß ganz klar im Vordergrund.

Der Veranstaltungsort weckte viele Erinnerungen. Dort habe ich mit der Schwiegerfamilie, Freunden und Vereinen zahlreiche Feste gefeiert – von der Taufe meines ersten Kindes über Sommerfeste bis hin zu Beerdigungen von Familienmitgliedern. Umso schöner war es, noch einmal an diesen Ort zurückzukehren.

Donnerstag, 09.07.26

Nun ist er da – der letzte Schultag der Mitbewohnerin. Wobei das nicht ganz stimmt. Ihre Anstrengungen haben sich gelohnt, und nach den Sommerferien wechselt sie in die gymnasiale Oberstufe. Heute stand aber erst einmal die Abschlussfeier der 10. Klasse an.

Zum vierten Mal nahm ich als Mutter an einer solchen Feier teil. Zum vierten Mal saß ich allein mit meinen Kindern im Saal.

Um die Coachin zu zitieren: „Siehst du, was du geschafft hast?“

Ja, das sehe ich. Und ich freue mich darüber. Ich habe meine Kinder durch Stürme und ruhige See begleitet. Wir sind nicht untergegangen. Alle vier stehen heute auf festem Boden und sind bereit, als Kapitäninnen und Kapitäne ihres eigenen Schiffes den Kurs selbst zu bestimmen.

Freitag, 10.07.26

Nach einer kurzen Nacht und einem anstrengenden Arbeitstag – sechs Stunden im Büro haben gereicht – ließ ich mich am Abend auf das Sofa fallen und schaltete Netflix ein.

Auf der Suche nach leichter Unterhaltung landete ich bei der Neuverfilmung von „Unsere kleine Farm“.

Die erste Staffel erzählt die Zeit vor Walnut Grove. Damit konnte ich gut umgehen. Auch die modernisierte Sprache hat mich nicht gestört. Es ist selbstverständlich von indigenen Völkern die Rede – eine Anpassung an die heutige Zeit, die ich nachvollziehen kann.

Die Staffel endet mit dem Ausblick auf Walnut Grove. Genau dort werde ich allerdings aussteigen. Für mich bleibt die Geschichte bis zu diesem Punkt stimmig – und so darf sie für mich auch enden.

Heute vor einem Jahr haben der Sohn und die Bäckermeisterin geheiratet. Ein Jahr vergeht so schnell. Seit zwei Monaten sind sie Eltern des Maimädchens. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?

Genau das ist es, was mich gestern Abend so überwältigt hat: der Rückblick auf die letzten zwölf Monate.

So emotional. So unfassbar.

Wenn ich heute die Worte und Sorgen in meinem Offline-Tagebuch lese, wird mir bewusst, wie unnötig manche schlaflose Nacht gewesen ist. Aber damals wusste ich das nicht. Damals fühlte sich jede Sorge groß und wichtig an.

Heute schaue ich auf meine aktuellen Gedanken und frage mich: Was davon wird in einem Jahr überhaupt noch von Bedeutung sein?

In dieser Woche hat nicht nur die Mitbewohnerin einen großen Meilenstein erreicht. Auch ich bin als Mutter jeden einzelnen Schritt, jede Freude und jeden Tiefpunkt intensiv mitgegangen. Rückblickend hätte ich mich an der einen oder anderen Stelle nicht so sehr mitreißen lassen müssen.

Und genau hier schließt sich der Kreis zu dem Video vom Wochenanfang. Die Frage, die beim Schauen in mir aufgetaucht ist, begleitet mich noch immer:

Wie kann ich in meinem eigenen Rhythmus leben? Und was ist mein Rhythmus überhaupt?

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Woche.

Mich würde interessieren: Wann hast du zuletzt festgestellt, dass eine Sorge, die dir einmal riesig erschien, im Rückblick gar nicht so bedeutend war? Und was hilft dir dabei, in deinem eigenen Rhythmus zu bleiben?

4 Gedanken zu „Wochenrückblick 28/26

  1. Viele Themen beschäftigen Dich, liebe Britta. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, gut auf mein Bauchgefühl zu hören. Wie oft hab ich mich angepaßt um des lieben Friedens willen und dann gab es trotzdem Knatsch und alles war anders. Also mache ich, was ich für richtig halte, in den Augen der anderen ist es so und auch andersrum falsch. Jetzt fühle ich mich aber mit mir selber wohl. Keine leichte Entscheidung, aber klar für mich und mein Umfeld.
    Hab einen gemütlichen Sonntag und starte gut in die neue Woche, alles Liebe
    Katrin

  2. Genau so, wie Katrin es sagt, ist es. Die Erwartung der anderen Menschen bleibt deren Erwartung und da bzw. das darf sie auch gerne bleiben. Ich muss nicht allen gefallen und ich will das auch gar nicht. Rücksicht nehmen, wo es erforderlich ist, selbstverständlich, aber Anpassung um jeden Preis und dann kann man es doch nicht allen recht machen…

    Pass auf dich auf und bleibe bei dir im Hier und Jetzt.

    Schöne Sonntagsgrüße ♥
    Anita

  3. Hallo, hab grad das Youtube Video gesehen. Er sagt, zuallererst braucht man Fantasie. Wer will ich sein, wo will ich hin, wie soll mein Leben aussehen. Einfach Träume und Wünsche wieder zulassen. Fortschritt in kleinen Schritten. Wir Frauen ab 50+ sind in einer Umbruchphase. Vieles Gewohnte bricht weg, Kinder verlassen das Nest, auch wenn man immer noch Mutter ist, so fliegen sie doch in ihr eigenes Leben. Wenn man 20-25 Jahre die Rolle von Arbeitnehmerin, Ehefrau, Mutter, Tochter einnimmt, ist es einfach schwer wieder ein Individum zu sein. Wieder Herrin über das eigene Leben sein zu dürfen. Lässt uns träumen, Wünsche haben, Ziele entwickeln und unser Inneres wiederfinden und unser Leben danach ausrichten!

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