Der Rückblick auf die vergangene Woche kommt heute am Sonntagabend. Ab morgen sollte wieder alles normal (für meinen Blog) laufen.
Samstag, 18.04.26
Zwischen Regen und Gedanken
Als es am Nachmittag zu regnen begann, waren Herr Bretone und ich allein auf unserer Runde unterwegs. Ich mag diese Momente sehr – wenn alles etwas leiser wird und ich einfach meinen Gedanken nachhängen kann. Der Regen war mild, fast schon sommerlich, und fiel nur ganz sanft. Die Luft fühlte sich verändert an, frischer, weicher.
Meistens gehen wir unsere gewohnte Strecke, doch diesmal überließ ich die Richtung dem Hund. Er führte mich auf einen anderen Weg, und plötzlich stand ich zwischen drei Eiben. Ein Ort, an dem ich eigentlich mehrmals pro Woche vorbeikomme – und den ich doch nie wirklich wahrgenommen habe. Weder wusste ich, dass es Eiben sind, noch habe ich mir je die Zeit genommen, einfach zwischen ihnen zu stehen.
Ganz in der Nähe stehen auch „meine“ drei Eichen an einer Kreuzung, von denen eine langsam stirbt. Dieser Kontrast hat mich in dem Moment besonders berührt. Hier sind auch die Fotos der Eiben entstanden.

Filmabend und die Kraft von Träumen
Nach langer Zeit haben meine Mitbewohnerin und ich wieder einen gemeinsamen Filmabend gemacht. Unsere Wahl fiel auf „Wish“ von Disney. Sie hatte den Film bereits vor einiger Zeit im Kino gesehen, wollte ihn aber unbedingt noch einmal mit mir anschauen.
Der Film erzählt vieles, doch eine Botschaft hat uns beide besonders berührt:
Träume können wahr werden, wenn man den Mut hat, sie zu verfolgen und sich nicht von Angst leiten lässt.
Ein Gedanke, der gerade erstaunlich gut in unser beider Leben passt.
Serienstart und schwere Themen
Später habe ich auf Netflix die Serie „The Cleaning Lady“ begonnen. Schon nach den ersten vier Folgen der ersten Staffel wurde deutlich, wie vielschichtig und intensiv die Geschichte ist. Die Charaktere sind beeindruckend gespielt und bewegen sich in einer Welt, die weit von meiner eigenen Realität entfernt ist.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – haben sich einige zentrale Themen schnell herauskristallisiert:
- grenzenlose Mutterliebe und die Frage, was man bereit ist zu opfern
- das Überleben in einer feindseligen Welt
- Resilienz unter extremen Bedingungen
- die Unsichtbarkeit von Randgruppen
- Loyalität und Familie
Diese Schwere steht in einem spannenden Kontrast zu den leisen, persönlichen Momenten in meinem Leben.
Sonntag, 19.04.26
Die letzten zwei Kommunionmessen sind gehalten. Spontan haben mich mein Sohn und die Bäckermeisterin nach der letzten Messe, die in ihrem Dorf stattfand, auf einen Kaffee eingeladen. Vermutlich haben wir uns das letzte Mal ohne Baby gesehen. Bald ist es so weit und das Nesthäkchen wird auf die Welt kommen. Der Schwiegertochter gefällt die Bezeichnung nicht, aber bis es da und seinen eigenen Namen prägt, bleibt es dabei.

Montag, 20.04.26
Der Montagsstarter wurde heute zum MontagAbendstarter, manchmal ist das einfach so. Doch irgendwie lief mir die Zeit davon, an diesem Tag.

Dienstag, 21.04.26
Der Kühlschrank war leer – also stand erst einmal Einkaufen auf dem Plan. Ein ganz alltäglicher Programmpunkt, der nach der Arbeitszeit erledigt werden musste.
Am Abend ging es dann in eine Sitzung des Kultur- und Schulausschusses unserer Stadt. Früher hätte ich vermutlich ähnlich gedacht wie viele andere: „Die da oben machen doch eh nichts – oder warum passiert nichts?“
Inzwischen hat sich meine Perspektive deutlich verändert. Seit ich mich intensiver mit Kommunalpolitik beschäftige, sehe ich, wie komplex die Abläufe tatsächlich sind. Verwaltung und Bürokratie wirken oft schwerfällig, ja – aber dahinter steckt ein dichtes Geflecht aus Regeln, Gesetzen und unterschiedlichen Interessen.
Allen Anforderungen gerecht zu werden, Bürgeranliegen ernst zu nehmen und dabei ein ausgewogenes Ergebnis zu finden, ist alles andere als trivial. Es ist ein ständiger Balanceakt, der viel Geduld verlangt – und oft weniger sichtbar ist, als man von außen erwartet. Und die Finanzen müssen auch im Blick gehalten werden.

Anders ist es mit der Bundespolitik. Was ist da los ? Ich habe noch nie wirklich an den Spruch „Die Rente ist sicher“ von Norbert Blüm geglaubt. Allerdings habe ich diese Woche den ganz schwarzen Humor ausgepackt: Wer sich Arztbehandlungen und Medikamente nicht mehr leisten kann, der braucht vielleicht keine Rente mehr.
Mittwoch, 22.04.26
Eine anstrengenden Teamsitzung am Morgen, eine kranke Mitbewohnerin zu Hause und diverse Gespräch. So sah mein Mittwoch aus. Ich war sehr froh, dass ich den Cover Mittwoch bereits vorbereitet hatte.
Am Abend ging es dann zur Chorprobe. Bekannte Lieder wurde neu geprobt und machten den Kopf frei.

Donnerstag, 23.04.26
Der Donnerstag begannt sportlich in terminlicher Hinsicht. Irgendwie hatte ich vergessen, dass Donnerstag ist und somit stand die Lymphdrainage irgendwie nicht auf meinem Zettel. Mit anderen Worten, ich bin eine Stunde zu spät aufgestanden und hinter dem Tag hergelaufen. Nach der Arbeit habe ich noch zwei Termin mit der Mitbewohnerin abarbeiten müssen und dann war es endlich Spätnachmittag. Die Rancherin und ich waren zu einer kleiner Radtour um unser Dorf ( ja, ich weiß wie sind eine Kleinstadt) verabredet.

Mit dem Fernglas meines Vaters machte ich mich auf dem Weg und es war eine sehr bereichernde Tour. Nicht nur das wir Rehe beobachten konnten, wir haben an einer beeindruckenden Eiche Rast gemacht.
Freitag, 24.04.26
Das Wochenende fest im Blick verging der Arbeitsfreitag wie im Flug. Der Freitagsfüller ging mittags online und nach Feierabend habe ich mir erst einmal einen ruhigen Spaziergang mit Herrn Bretone gegönnt. Wenn ich nicht unter Zeitdruck stehe, das hat er ausgiebig Muße die „Zeitung“ zu lesen. Während die Mitbewohnerin ihre Trainingseinheiten durchzog, habe ich mir einen Nachmittagsschlaf gegönnt. Das tut immer so gut, weil ich dann eben abends länger aufbleiben kann und die freien Tage in vollen Zügen genießen kann.

Nach dem Abendkrimi ging es mit dem Hund noch mal um den Block und anschließend gab es bei Mondschein ein langes Pläuschen mit den Nachbarn. Das liebe ich an lauen Abenden. Die spontanen Unterhaltung über den Balkon hinweg.
Das war meine Woche.
Ein prall gefüllter Rückblick mit schönen und guten Erinnerungen und Gedanken.
Liebe Grüße
Anita