Und zack – die Woche ist vorbei
Und plötzlich ist er da, dieser Moment: Freitag. Für viele bedeutet das, ENDLICH Wochenende. Für andere geht es einfach weiter, Schicht um Schicht. Und dann gibt es noch die, bei denen sich alles anfühlt wie Ebbe und Flut – ein ständiges Kommen und Gehen von Energie, Verpflichtung und kurzen Atempausen.
Mich beschäftigt dabei eine ganz andere Frage: Warum trenne ich Woche und Wochenende so strikt? Die Woche ist Pflicht. Funktionieren. Durchziehen. Und das Wochenende? Freiheit. Leben. Als wären das zwei völlig unterschiedliche Welten – dabei ist es doch ein und dasselbe Leben.
Achterbahn mit Teenager
Mit einer 16-jährigen zusammenzuleben fühlt sich oft an wie eine Achterbahnfahrt ohne Sicherheitsbügel. Diese Woche allerdings hatte auch ihre leisen, guten Momente. Und damit meine ich ausdrücklich nicht die Zeiten, in denen wir uns gestritten haben.
Am Nachmittag bin ich entspannter. Ich komme nicht von der Arbeit mit einem summenden Kopf aufgrund des Lautpegels und der unzähligen Worte, die ich gesprochen habe. Ich muss nicht schnell etwas einkaufen, mit dem Hund gehen und so weiter. Vielleicht liegt genau darin der Schlüssel. Plötzlich entstehen Gespräche, die tiefer gehen. Ehrlicher sind. Gedanken, die nachhallen. Zwischen diesen Gesprächen und meiner Reise zum Wurzelchakra diese Woche mit Melanie, merke ich, wie viel mich gerade bewegt.
Und dann gebe ich einer Freundin auf Wunsch einen Rat… und frage mich hinterher ernsthaft: Hörst du dir eigentlich selbst zu?
Arbeit – oder das, was davon übrig bleibt
Was meinen Arbeitsplatz angeht, hatte ich diese Woche eine überraschende Erkenntnis: Ich habe nichts vermisst.
Und mit „nichts“ meine ich wirklich das Drumherum. Die Spannungen im Team. Die unterschwelligen Konflikte. Dieses permanente Gefühl, der Zeit hinterherzurennen. Menschlichkeit als etwas, das man sich zwischen zwei Terminen erkämpfen muss.
Stattdessen war ich unterwegs. In Bewegung, auf ärztlichen Rat hin. Und plötzlich ergaben sich Begegnungen, die im normalen Alltag keinen Platz finden. Eltern, die sich freuen, mich zu sehen. Kinder, die erzählen – ohne dass jemand sagt: „Jetzt aber schnell, wir müssen weiter.“ Zur Mensa, zu den Hausaufgaben und so weiter.
Zeit. Einfach nur Zeit.
Ich traf jemanden in Elternzeit, mit zwei kleinen Kindern. Und auch da derselbe Satz: Wie gut es tut, nicht ständig antreiben zu müssen. Nicht dieses ewige „Wir müssen noch…“.
Und dann die Gespräche mit Kollegen, die sich mit mir trafen oder mit denen ich telefonierte, weil sie sich bei mir gemeldet haben. Ehrlich. Direkt. Nicht oberflächlich, kein Tratsch. Sondern die nackte Wahrheit: Wir sind unzufrieden. Das Arbeitsumfeld verändert sich – und nicht zum Guten. Es fehlt die Zeit für das, worum es eigentlich geht.
Wir betreuen die Kinder. Ja.
Aber werden wir ihnen wirklich gerecht?
Vom Zuhören und Abschweifen
Eigentlich wollte ich von dem Gespräch mit meiner Mitbewohnerin erzählen.
Ich nahm mir Zeit – zunächst eher widerwillig, wenn ich ehrlich bin. Doch daraus entstand etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: ein echter Austausch. Über unser Miteinander. Über das, was fehlt. Über das, was gut ist. Über all das, was von außen auf uns einwirkt und uns durcheinanderbringt.
Uns als Einzelpersonen. Uns als Mutter und Tochter.
Und plötzlich wurde mir klar: Ich bin mal wieder von meinem Weg abgekommen.
Ein bisschen wie Rotkäppchen. Nur dass ich nicht stehen bleibe, um Blumen zu pflücken. Ich sammle eher Disteln ein.
Freitag. Und jetzt?
Doch genug der Worte.
Es ist Freitag.
Und du wartest auf den Freitagsfüller.
Hier ist er.

1. Wann darf ich wieder lange Radtouren machen, genau diese Frage werde ich heute dem Arzt stellen .
2. Die nächste Radtour plane ich nämlich bereits sorgfältig .
3. Informationen, die ich dazu brauche, hole ich mir bei Google Maps und Komoot.
4. Wann wurdest du zum letzten Mal zu einer Wanderung eingeladen?
5. Drei Dinge auf meinem Tisch: Eine Kerze, das Bullet Journal, eine Stiftemappe .
6. Ich mag keinen Spargel.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Freitagskrimi, morgen habe ich geplant, Wraps zu machen und Sonntag möchte ich in zwei Kommunionmessen singen!
Ein Gedanke zu „Freitagsfüller 16/2026 – Leben zwischen Pflicht, Freiheit und was im Alltag verloren geht“
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