Und schon wieder ein Wochenrückblick, der ein wenig aus der „Norm“ fällt.
Vergangenen Samstag und Sonntag ging es mir nicht wirklich gut. Schon am Morgen, beim Kaffee mit den Samstagsfrauen, kündigte sich etwas an – dieses leise, unangenehme Gefühl, das ich nur zu gut kenne. Eine Angst, die mich seit über 25 Jahren begleitet und die bei jedem noch so kleinen Pickel sofort präsent ist.
Zunächst waren die Symptome diffus, schwer greifbar, nichts, was sich eindeutig benennen ließ. Doch als es mir am Sonntagnachmittag zunehmend schlechter ging, brachte mich Die Freundin schließlich zum Notdienst ins Krankenhaus. Der behandelnde Arzt war sich nicht sicher, ob meine Sorge berechtigt war oder ob es sich doch um etwas Harmloses handelte.
In der Nacht verschlimmerte sich mein Zustand dann spürbar. Der Termin am Montag brachte schließlich Gewissheit: Erysipel – eine sogenannte Wundrose – hatte sich in meinem Körper ausgebreitet.
Im Nachhinein meinte Die Eremitin, ich hätte mich erst ab Mittwoch wieder wirklich klar angehört. Und ja, die ersten vier Tage dieses Wochenrückblicks verschwimmen in meiner Erinnerung zu einem diffusen Nebel. Umso dankbarer bin ich für die Menschen um mich herum: Freunde und Familie, ganz besonders meine Mitbewohnerin, die sich liebevoll um mich gekümmert haben.
Heute ist Sonntagmorgen. Ich sitze hier und schreibe diesen Rückblick – mit großer Dankbarkeit. Für ein funktionierendes soziales Netz. Für erreichbare Ärzte. Für kompetente Apothekerinnen. Und ja, auch für eine Pharmaindustrie, die ein Penicillin im Angebot hatte, gegen das ich ausnahmsweise einmal nicht allergisch reagiert habe.
Heute bin ich fast wieder die Alte.
Montag 23.03.26
„Chronisch krank zu sein heißt vor allem eins: akzeptieren, dass man nicht gesund ist.“
Diesen Satz habe ich am Montag – irgendwo zwischen Fieber, Unsicherheit und einem ziemlich umnebelten Kopf – hier notiert. Und auch wenn er hart klingt, steckt doch viel Wahrheit darin.
Während es mir von Stunde zu Stunde schlechter ging, keimte am späten Nachmittag, nach meinem Arzttermin, wieder ein wenig Hoffnung auf. Eine ruhige und sehr kompetente Ärztin nahm sich Zeit, suchte geduldig nach dem passenden Medikament und gab mir damit zumindest das Gefühl, in guten Händen zu sein.
Zu meinem Pech – zumindest fühlte es sich in dem Moment so an – streikten ausgerechnet an diesem Montag sämtliche Apotheken.
Die Aachenerin holte mich nach dem Termin an der Praxis ab. Sie war deutlich klarer im Kopf als ich und brachte eine wichtige Portion Pragmatismus mit. Noch bevor wir losfuhren, um die nächste Not-Apotheke anzusteuern, bestand sie darauf, erst einmal dort anzurufen. Nicht, dass wir am Ende vor verschlossenen Türen stehen oder das Medikament gar nicht vorrätig ist.
Eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Erst bei der dritten Apotheke hatten wir tatsächlich Glück.
Also machten wir uns auf den Weg – 25 Kilometer. Dort angekommen trafen wir auf eine Apothekerin, die nicht nur fachlich überzeugte, sondern auch persönlich sehr involviert war, weil sie das Thema aus privaten Gründen gut kannte.
Sie ließ mich nicht einfach gehen. Noch in der Apotheke bestand sie darauf, dass ich die erste Dosis direkt einnehme – und gab mir außerdem die klare Anweisung, mir für die Nacht einen Wecker zu stellen, damit ich die Einnahmezeiten einhalte.
Manchmal sind es genau diese Begegnungen, die in Erinnerung bleiben.
Dienstag, 24.03.26
Der Dienstag verschwindet total aus meiner Erinnerung. Ich habe viel geschlafen, unzählige Male mein Bein kontrolliert, da die Rötung sich weiter ausbreitete. Nach einem Telefonat mit der Hausärztin wurde die Dosis erhöht. Lesen, Podcast hören oder Fernsehen waren nicht möglich.
Mittwoch, 25.03.26
Ich tauche aus einem Nebel auf und spüre zum ersten Mal deutliche Verbesserungen. Seit Samstag zum ersten Mal keine Kopfschmerzen, kein Krankheitsgefühl und optisch sichtbar, die Rötung ist gestoppt. Alleine das machte gute Laune.
Am 21.03.26 war der Bio-Balkon-Kongress gestartet und ich hatte noch keine Möglichkeit ihn mir anzuschauen. Ich zog auf das Sofa um und schaute mir die zur Verfügung stehenden Videos an. Das diesjährige Thema ist „Heilkraft vom Balkon“ und ich hatte mich auf diesen Kongress gefreut. Kräuter auf dem Balkon sollte in diesem Jahr mein Thema für den Balkongarten sein.
Ich nehme auch an einer neuen Leserunde bei LovelyBooks teil. Das Buch kam bereits am Samstag. Aus Gründen nahm ich es heute das erste Mal in die Hand.

Die ersten Seiten lesen sich gut. Meine Konzentration ist noch nicht die alte, aber es macht Spaß wieder etwas zu tun. Wenn auch nur mit dem Kopf.
Die Chorprobe fand heute ohne mich statt. Es ist wie es ist und nächste Woche hoffe ich wieder dabei zu sein.
Donnerstag, 26.03.26
Die sozialen Medien haben mich wieder. Lach. Erste positive Anzeichen vom Rückzug der Rötung lassen mich einen Beitrag auf Instagram und Facebook veröffentlichen.
Ich bin für den Content des Kirchenchores zuständig und das geht wunderbar im Liegen. Vielmehr im Halbliegen/Halbsitzen. Somit konnte ich auch dort einen Ausschnitt aus der Probe veröffentlichen.
Freitag, 27.03.26
Die Hunderunde erledigt Die Mitbewohnerin seit letzten Sonntag. Heute hat sie mir dieses Bild mit nach Hause gebracht.

Was mich an diesem Bild so besonders freut ist, dass ich bei meiner Tochter die Aufmerksamkeit für die Natur ganz nebenbei geweckt habe. Sie läuft durch Welt oder fährt mit dem Bus und sieht besondere Momente, die sie mir dann als Foto schenkt. Einen Sonnenaufgang während der Fahrt zur Schule, eine Hummel auf dem Weg, besondere Wolkenformationen. Alles von dem sie meint, dass es mir eine Freude macht.

Meine beiden Krankenpfleger. Herr Bretone ist mir bis Mittwoch nicht von der Seite gewichen. Hat Tag und Nacht neben mir gelegen, ganz fest an meinem Körper. Immer mich im Blick. Ich habe einige schöne Fotos von ihm gemacht. Dieses Foto entstand bei einer Trainingseinheit im Wohnzimmer. Nachdem die Mitbewohnerin begann sich auf dem Boden zu dehnen, schlich der Hund auf der Suche nach der richtigen „Kraul-mich-Position“ um sie herum.
Musik geht auch, wenn die Konzentration noch nicht auf der Höhe ist. Das Album wurde im ARD Morgenmagazin vorgestellt. Es gibt auch Duette mit Sarah Connor, Peter Maffay und Michael Patrick Kelly. Das letzte Duett „Wolken“ mit Kelly hat mich dann auch gepackt.

Damit endet dieser Rückblick. Gerade war ich mit dem Hund draußen, denn die Mitbewohnerin ist bei ihrem Vater in Urlaub. Es tut so gut. Die frische Luft, das Vogelgezwitscher. Ein Eichhörnchen zu beobachten.

Ach herrje, liebe Britta, ich habe schon auf Instagram von diesem „Anfall“ gelesen, was für ein Mist. Ich hoffe, dass es Stück für Stück wieder aufwärts geht. Heute frische Luft klingt schon mal gut. Das habe ich heute auch vor, mich mal wieder nach draußen zu begeben, drei Tage drinnen mit viel Liegen tut dem Rücken nicht gut und auch die Seele braucht mal etwas Wind.
Ich sende dir liebe Grüße ♥
Anita
Ich wünsche dir auch gute Besserung
Vielen lieben Dank. ♥
Liebe Britta, ich hoffe, dass es nach dieser schlimmen Woche jetzt nur noch bergauf geht und wünsche dir gute Besserung. So etwas braucht doch kein Mensch. Alles liebe für dich!
Liebe Grüße Catrin.
Danke schön.