Freitagsfüller 07/2026 Mein Engagement für die Natur. Welchen Weg will ich gehen ?

Immer wieder diesselbe Frage

In den letzten Tagen habe ich mich gefragt, wie lange ich das noch machen will. Mich einmischen. Nachfragen. Stellungnahmen lesen. Diskutieren. Wegen der Bäume in meiner Stadt.

Ersatz ist nicht gleich Ersatz

Bei jeder angekündigten Fällung läuft inzwischen derselbe Film ab: Ich lese die Begründung – verkehrsgefährdend, instabil, innen hohl. Manchmal stehen Bauvorhaben dahinter. Und ja, es werden neue Bäume gepflanzt. An anderer Stelle.

Dieser Baum steht schief und soll eventuell weg. Er hat nichts mit dem zukünftigen Bauprojekt zu tun. Hierfür wurde schon alles gefällt.

Formal ist das alles nachvollziehbar geregelt.

Pfeil: der Baum der eventuell gefällt werden soll./Kreis: gerodete Fläche,  vormals eine Hecke aus Büschen. Platz für den Umbau der Schule

Und trotzdem bleibt ein Rest. Denn ein alter Baum ist nicht einfach nur „Grünmasse“. Er spendet Schatten, kühlt die Umgebung, filtert Luft, bietet Lebensraum. Vor allem aber ist er gewachsen – über Jahrzehnte. Ein neu gepflanzter Baum mit Stützpfählen ist ein Versprechen. Mehr nicht. Bis daraus wieder eine ausladende, schattenspendende Krone wird, vergeht viel Zeit.

Vielleicht mehr Zeit, als ich noch bewusst erleben werde.

Die Natur kommt ohne uns aus

Neulich postete eine Freundin ein Foto eines Tempels in Vietnam, überwuchert von Wurzeln und Ranken – Bilder, wie man sie aus der Region um Angkor Wat kennt. Stein, der langsam wieder von der Natur umarmt wird. Das hatte etwas Tröstliches.

Die Natur braucht uns nicht. Sie wird sich anpassen. Nicht in der Form, die wir kennen, aber sie wird bestehen. Wir hingegen sind deutlich empfindlicher. Schon jetzt leiden Städte unter extremer Hitze, Regionen unter Überschwemmungen oder Bränden. Das ist Realität.

Eine Generation ohne Bezug?

Und gleichzeitig wächst eine Generation heran, für die Natur oft etwas Abstraktes ist. Viele Kinder wissen nicht mehr, wie groß eine Kuh tatsächlich ist oder wie sich ein Huhn anfühlt, wenn man es auf dem Arm hält. Das ist kein Vorwurf. Es ist die Welt, in die sie hineingeboren wurden und die wir für sie gestalten.

Ich arbeite im offenen Ganztag. Jeden Tag mit genau diesen Kindern.

Und vielleicht liegt hier der eigentliche Punkt.

Vielleicht ist „kämpfen“ das falsche Wort

Eventuell geht es nicht darum, mahnend den Finger zu heben oder jede Entscheidung lautstark zu kommentieren. Mein Platz könnte genau da sein, wo ich bin.

Kinder, die Baumrinde fühlen, verstehen, warum Schatten in einer aufgeheizten Stadt mehr ist als nur Dunkelheit. Und sie begreifen, dass ein großer Baum Jahrzehnte braucht, um wirklich Wirkung zu entfalten. Daraus entsteht etwas anderes als Empörung: Bewusstsein.

Mein Platz

Ich werde weiterhin hinschauen. Ich werde Fragen stellen, wenn es nötig ist. Aber meine Energie möchte ich nicht nur ins dagegen sein stecken.

Schulgarten 2019

Vielleicht ist meine Aufgabe nicht der Kampf.
Sondern das Weitergeben.

Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort.

Genug der vielen Worte, du erwartest den Freitagsfüller. Die Satzfragmente wurden mir von Barbara zur Verfügung gestellt. Sie freut sich auch über deinen Besuch, schau doch mal vorbei.

1.  Genau heute bin ich gutgelaunt aufgewacht, denn ich habe frei .

2.   Wenn ich an den Kassenabschluss denke, packt mich das Grausen.

3.  Ich habe es tatsächlich geschafft, die Mülltonne noch rechtzeitig vor der Abholung raus zu stellen.  .

4. Freie Tage heißt, endlich Zeit für mein neues Buch. Und ich freue mich drauf!

5.  Karneval läuft auch ohne mich wunderbar. Gestern ein bisschen in der Schule gefeiert. Sonntag den Karnevalszug schauen. Und am Montag traditionell (grins) vom Sofa aus nach Köln und Düsseldorf schauen.

6.   Ich könnte stundenlang mit dem Kopf auf den Tisch schlagen , wenn man das politische Geschehen in unserem Lande betrachtet. Aber nicht nur in unserem Land, auch anderswo in Richtung Westen von mir aus gesehen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Olympia (Gruß an die Eremitin). Morgen habe ich geplant, nach dem Pflichtprogramm die Mitbewohnerin zu einem Exitspiel zu überreden. Und Sonntag möchte ich wie gesagt, den Karnevalsumzug anschauen, Olympia schauen und zocken!

2 Gedanken zu „Freitagsfüller 07/2026 Mein Engagement für die Natur. Welchen Weg will ich gehen ?

  1. Liebe Britta, ich kann das so nachvollziehen. Immer nur dagegenzuhalten mach auf die Dauer mürbe und scheint ja nicht die effektivste Strategie zu sein. Auch wenn wir uns vom Großteil der Gesellschaft ein anderes Verhalten wünschen würden. Da wünsche ich dir, dass diese Haltung des Weitergebens sich für dich passender anfühlt.

    Liebe Grüße

    Angela

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    1. Hallo Angela, letztes Frühjahr hatten wir eine Müllsammelaktion. Seit dem kommen immer mal Kinder zum Müll sammeln in der Pause. Aus eigenem Antrieb. Das gibt Hoffnung für weitere Projekte. Liebe Grüße

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