Ein neuer Tag beginnt und während es draußen vor dem Fenster noch stockdunkel ist, ist mein kleines Chaosbüro voll beleuchtet. War das eine Woche, sage ich dir. Heute Morgen, als ich wach wurde, war mein erster Gedanke – Wo muss ich heute hin? Lach. Es war keine stressige Woche, aber irgendwie war jeden Tag halt etwas anderes, woran ich denken muss. Doch ich fange am Anfang an.
Samstag, 06.12.25
Den Wocheneinkauf hatte ich schon am Vortag erledigt und so konnte ich den Samstag etwas entspannter starten. Einige der Samstagsfrauen trafen sich wie immer in ihrem Stammcafé, natürlich war ich mit dabei. Auf unserem Tisch stand ein Schild. „Reserviert“ ab 10.00 Uhr. Die Angestellte kam jedoch sofort und meinte, das wäre unser Stammtisch und natürlich könnten wir uns bis 10.00 Uhr dort hinsetzen. Nichts anderes hätten wir getan. Aber nun denn.
Habe ich dir eigentlich schon von „Der letzten Reihe“ erzählt? So nennt sich eine Gruppe Chorsänger, zu der ich auch gehöre. Am Nachmittag besuchten wir ein weihnachtliches Handglockenkonzert.
Mit diesem Besuch konnte ich beim Weihnachtsfreudenbingo das Feld Jingle Bells abhaken.
Die Aachenerin hatte an diesem Tag viele Termine ohne uns und weil sie sich ein paar Tage vorher gewünscht hatte, dass wir auf einen Kaffee vorbeikommen, klingelten wir auf dem Rückweg spontan an ihrer Haustüre. Alles in allem ein Tag mit Freunden, ernste Gesprächen und viel Lachen.
Sonntag 07.12.25
Heute wäre meine Mutter 89 Jahre alt geworden. Sie ist bereits seit vier Jahren tot. Der Gedanke, dass meine Eltern heute 90 und 89 Jahre alt wären, wenn sie noch leben würden, ist interessant. Da sie in meinem Kopf nie älter als 66 und 84 sind.

Mit Der Lehrerin, Der Aachenerin und Der Küsterin habe ich den Adventsgottesdienst besucht und wurde vom guten Gesang des Jungen Chores überrascht. Einige der Lieder würde ich gerne mal mit den drei Kirchenchören gemeinsam singen, doch erfahrungsgemäß ist der Chorleiter für diese Musik nicht offen. Ich kann von Natur aus nicht still stehen, wenn ich gute Musik höre und so erging es einem Messdiener. Sehr zur Freude des Pfarrers, des sich der fröhlichen Stimmung anpasst. Worum es in der wirklich guten Predigt ging, habe ich daher komplett vergessen.
Die Termine des Tanzsportkalenders für die nächste Turniersaison darf ich allerdings nicht vergessen. Die Novembertochter plant eine Rückkehr ins Geschehen und so werde ich wohl einige der unten aufgeführten Wochenende in der Turnhalle verbringen.

Das Umfeld dieses Sports empfinde ich als sehr belastend: das übereinander Reden, der Neid auf Erfolge, der sich hinter aufgesetztem Lächeln verbirgt. Vermisst habe ich all das nicht. Wie schon früher werde ich mich aus den Dramen fernhalten, gleichzeitig aber selbstverständlich schützend an der Seite des Teenagers stehen.
Ich könnte seitenlang über Missgunst, Neid und üble Nachrede schreiben. In einer Welt, in der täglich 15.000 Kinder an Hunger sterben, stilisieren manche Erwachsene – und in der Folge auch Kinder – sportliche Wettbewerbe (nicht nur in dieser Disziplin) zu einem Kampf ums Überleben. Dabei geht es letztlich um Punkte und Pokale.
Familien investieren viel Geld, Zeit und Energie in diesen Sport. Ich empfinde es als ein Privileg, meiner Tochter diese Möglichkeit bieten zu können. Von ihr wird erwartet, dass sie Freude daran hat – das möchte ich ganz deutlich betonen. Ihr Trainerinnenteam setzt auf Begeisterung statt Drill, und das gilt für das gesamte Team der Tänzerinnen. Leider ist das nicht überall so, was ich angesichts der genannten weltweiten Realität nur schwer nachvollziehen kann.
Der Hunger in dieser Welt, der Hunger von Kindern, beschäftigt mich nicht nur in der Vorweihnachtszeit. Das Thema begleitet mich auch im Alltag. Das warme Mittagessen in der Mensa ist für das ein oder andere Kind, die erste vernünftige Mahlzeit am Tag.
Montag, 08.12.25
Im Montagsstarter war der Geburtstag meiner Mutter ein Thema. Ich hatte versucht, am Sonntag über das Leben meiner Mutter zu schreiben. In einem Kommentar wurde zusammengefasst, warum es so wichtig ist, die Geschichten zu erzählen oder aufzuschreiben. Es ist die einzige Möglichkeit, die Menschen und ihr Leben nicht zu vergessen. Mich bestärkt es darin, meinem Ziel, die Geschichten der Menschen in meiner Familie oder die Geschichten anderer Menschen aufzuschreiben, treu zu bleiben.
Von meinen Eltern habe ich die Begeisterung fürs Radfahren und Wandern geerbt. Auch wenn ich aktuell nicht so gut zu Fuß bin, lebt der Wunsch nach einem Wanderurlaub in meiner Seele. Tatsächlich würde ich gerne einen Urlaub in Bollendorf verbringen. Denn dort wurde die Saat von meinen Eltern gelegt.
Beim Frostpendeln lebe ich meine Begeisterung fürs Radfahren aus. Im letzten Jahr bin ich 359 km in der Zeit vom 01.11.-28.02. geradelt.

Dienstag, 09.12.25
Kennst du die? Bis zum heutigen Tag waren sie mir auch nicht bekannt. Zwei Kollegen unterhielten sich über LABUBU und neugierig wie ich bin, habe die Firma Google befragt. Am Ende gab es Malvorlagen für die Kinder. Die Plüschtiere, die ich unter dem Titel gefunden habe, haben Ähnlichkeit mit den Monchhichis aus den 80ern. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit bei Kindern, aber auch anscheinend bei Erwachsenen.

Im Blog erschienen leicht verspätet die Fotofragezeichen. Mein Adventskalender ist immer noch mein Highlight der Adventszeit.
Mittwoch, 10.12.25
Die ruhigen Abende sind vorbei. Heute gabe es direkt zwei Termine die ich wahrnehmen musste. Die obligatorische betriebliche Weihnachtsfeier, die ich jedoch zeitig verließ, um an der Chorprobe teilzunehmen. Diesen Ausblick hatte ich, als ich mich auf den Weg von einem Event zum anderen machte.

Endlich bin auch ich beim Adventskalender von NetGalleyDe fündig geworden. Ein Kranich unter Wölfen spielt in Korea. Meine Rezension findest du auch schon auf dem Blog. Ich nehme gerne an diesem Adventskalender teil und nutze die Möglichkeit, Bücher außerhalb meines gängigen Genres zu lesen. Der Roman hat mir wirklich gut gefallen.

Donnerstag, 11.12.25
Im Januar ziehen wir mit der OGS innerhalb des Gebäudes um. Die Inhalte der Schränke müssen verpackt werden. Meine Aufgabe ist es, die Gesellschaftsspiele zu sichten und zu entscheiden, welches Spiel mit zieht. Daher habe ich primär Spiele auf ihre Vollständigkeit geprüft, Spielpläne ausgedruckt und eine Inventurliste angelegt. Die Kinder schauen mir gerne zu oder helfen auch. Oder – und das liebe ich ganz besonders, wollen die Spiele mit mir spielen.
Hier siehst du das Kartenspiel


Eine Spielmöglichkeit ist ein Quartett-Memory. Die Kinder 2-4 Schuljahr hatten einen riesengroßen Spaß.
Am Abend hieß es dann mit den Kollegen den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Ich mag Weihnachtsmärkte überhaupt nicht. Nach einer gemeinsamen Stunde habe ich mich verabschiedet.
Zuhause habe ich mir den aktuellen Zürich-Krimi angeschaut. Der Zürich-Krimi: Borchert und die Glut des Bösen“. Sehr unterhaltsam. Thematisch wurde der Antisemitismus in der Schweiz angesprochen. Ich finde es traurig, dass Antisemitismus wieder neu auflebt, nicht nur in der Schweiz.
Freitag, 12.12.25
12 von 12 schon wieder ohne mich.
Am Abend fiel mir auf, heute ist der 12.12. Aber Tag war zu Ende und ich lag bereits müde im Bett. Daher habe ich beschlossen, den Beitrag am Wochenende zu schreiben. Fotos finden sich bei mir immer auf dem Handy und heute war auch einiges los.
Ausmisten, spielen, lernen
Heute wurde viel ausgemistet – und noch mehr gespielt. Während ich Spiele kontrollierte, einräumte und fehlende Teile notierte, fragte mich eine Kollegin: „Wird dir das nicht irgendwann langweilig? Immer wieder dieselben Spiele?“
Meine Antwort war klar: Nein.
Ich erledige diese Aufgaben mitten im Geschehen, während die Kinder im Raum spielen. Und genau dort passiert das Entscheidende. Heute habe ich beobachtet, wie zwei Kinder vor dem Spielen sorgfältig nachzählten, ob das Material vollständig ist. Ein kleiner Moment – und doch so bedeutend.
Denn genau darin sehe ich meine Aufgabe: Nicht nur das Spielen zu ermöglichen, sondern auch den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Material zu vermitteln. Spiele wollen gepflegt, vollständig gehalten und respektvoll behandelt werden. Auch das ist Lernen.
Wir dürfen dabei nicht vergessen: Nicht alle Kinder wachsen mit vollen Spieleschränken auf. Es gibt Haushalte ohne Gesellschaftsspiele, ohne Karten- oder Brettspiele. So wie es nicht überall volle Kühlschränke gibt.
Die OGS ist für mich genau der richtige Ort, um diese Erfahrungen zu machen. Hier lernen Kinder, aufeinander zu warten. Gemeinsam aufzuräumen. Achtsam mit Dingen umzugehen. Zu verlieren – und damit umzugehen.
Mit dabei waren heute die Spiele „Schwarzer Peter“, „Pinguine Deluxe“ und „Lauf Rauf“.

Pinguine Deluxe

Lauf rauf !
Der Titel „Lauf rauf“ wird diesem Taktikspiel überhaupt nicht gerecht. Die Spielanleitung fehlte und wir haben es nur angespielt. Ich werde es in den Ferien mit nach Hause nehmen, um es den Kindern im neuen Jahr näherzubringen. Zwei Zweitklässler haben sich mutig daran probiert. Man spielt mit drei Würfeln und muss Augen zählen, abwägen und überschauen, welche Augenzahl die beste für den nächsten Schritt ist. Doch sie wollen es nach den Ferien noch einmal wagen.

Am Abend ging es in mein Lieblingsrestaurant. Eingeladen hat mich eine langjährige Wegbegleiterin. Auch wenn unsere Wege nicht mehr parallel laufen, versuchen wir uns zwei Mal im Jahr ohne Familie zu treffen. Da es im Restaurant sehr laut war, sind wir nach dem Essen zu mir nach Hause. Dort saßen wir noch mehrere Stunden zusammen und haben erzählt, gelacht und geweint.
Über uns selber haben wir am meisten gelacht. Auch sie und ihre Familie sind spielverrückt. Überall in meiner Wohnung stapeln sich Spiele und Bücher. Ihr Blick fiel auf meinen tollen Adventskalender. Natürlich haben wir am späten Abend noch ein Spiel gespielt. In unserem Tempo – lach. Zwei alten Damen. Kennst du das folgende Spiel ?

Die KI erklärt es so ( und das ist richtig):
„Taco Katze Ziege Käse Pizza“ ist ein schnelles Reaktions-Kartenspiel, bei dem die Spieler eine feste Wortfolge („Taco, Katze, Ziege, Käse, Pizza“) aufsagen, während sie verdeckte Karten ablegen; passt das Wort zur Karte, muss man sofort auf den Stapel schlagen, wer als Letzter schlägt, nimmt die Karten. Ziel ist es, seine Karten als Erster loszuwerden, wobei Sonderkarten wie Gorilla, Murmeltier und Narwal zusätzliche Aktionen erfordert
Die Betonung liegt auf schnelles Reaktions-Kartenspiel. Lach. Bei uns war es eher ein Zeitlupenspiel.
Und so endete die Woche lachend. Was will ich mehr.