Eine Woche voller Erinnerungen: Ein Rückblick

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Wie schreibt man einen Rückblick, wenn man eine Woche lang nichts gepostet hat und sich auch keine Notizen gemacht hat? Es ist ja nicht so, dass ich mich ins Gras gelegt habe und eine Woche in die Wolken geschaut habe. Was allerdings eine sehr verlockende Vorstellung ist. Die vergangenen sieben Tage sind wie im Flug vergangen. Anders ausgedrückt, die Zeit rast wie ein ICE durch mein Leben und ich versuche so oft es geht an den Stationen innezuhalten.

Jetzt ist so ein Moment. Samstagmorgen, eigentlich sollte ich ganz entspannt sein, doch ich bin es nicht. Zwischen Frühstück, Hund und Blog sitze ich an der Tastatur und habe die Uhr im Blick, denn das Treffen mit den Samstagsfrauen steht an. Den Wochenendeinkauf konnte ich gestern auch nicht machen, denn direkt nach Feierabend hieß es die Novembertochter vom Bahnhof abholen. Die Fahrt im Berufsverkehr dauert eine Stunde. Als wir wieder zu Hause waren, war es zu spät um einkaufen zu gehen.

Doch der Reihe nach. Wer abgeholt wird, muss auch weggefahren sein und so stand das letzte Wochenende ganz unter der Eindruck, letzte Einkäufe für die Klassenfahrt zu tätigen und den kleinsten Koffer zu packen.

Doch der Reihe nach:

Samstag, 04.10.25

Nach dem Feiertag hieß es, sich ins Einkaufgetümmel schmeißen und den Kühlschrank für die kommende Woche aufzufüllen. Natürlich erst, nachdem ich mit den Samstagsfrauen Kaffee getrunken hatte. Viel einzukaufen war nicht, denn ich alleine brauche nicht so viel und die Tochter brauchte ich nicht mit einplanen. Die Abschlussfahrt stand vor der Türe.

Meine Galerie sagt mir, dass ich nicht nur im Drogeriemarkt, Supermarkt und in der Apotheke geshoppt habe. Bei Bine Brändle gibt es Vorlagen für Wasserspeier und ich konnte nicht widerstehen. Natürlich war mir klar, dass ich in den nächsten Tagen keine Zeit habe, denn das 1000er-Puzzle lag auf dem Esstisch (wo es immer noch liegt). Malen und Basteln muss dann warten.

Sonntag, 05.10.25

Während die Familie der Löwentochter am Meer Urlaub macht und Fotos von Hunden mit verwehten Gesichtern schickt, sitzt unser Hund im Koffer. Währende die Reisende ihre Wäsche aus dem Schrank holte, hat sich Herr Bretone schnell in den Koffer gesetzt. Er hatte kein Verständnis, dass hier schon wieder gepackt wurde.

Ohne es zu wissen, habe ich den letzten Blogartikel für eine ganze Woche gepostet. Die Geschichte meiner Familie und meiner Heimatstadt liegt mir am Herzen. Der Beitrag über den Stadtbrunnen hat viele Erinnerungen in mir geweckt.

Um die Geschichte meiner Familie ging es dann auch beim Tag der Genealogie in unserer „Burg“. Irgendwas sucht der Familie forscher immer. Mein Schwerpunkt lag an diesem Tag bei der Schwester meines Opas, die mir vor kurzem wieder in den Sinn kam und bei den Urgroßeltern der Löwentochter. Die hatte ja vor kurzem eine Frage zu Initialen, die in die Mauer ihres Zuhause geritzt waren und aus dem Jahr 1930 stammen.

Montag, 06.10.25

Der große Tag der Abschlussfahrt war da. Eine Samstagsfrau, die Aachenerin, war so lieb und fuhr mich mit der Tochter zum Bahnhof. Während wir im Bahnhofscafe einen ersten Kaffee tranken, sammelten sich mehrere Klassen auf dem Bahnhofsvorplatz. Wir beiden stellten fest, dass wir ewig an solchen Stellen sitzen könnten und einfach nur die Welt beobachten würden. Für sie als geborene Aachenerin ist die Stadt eh Heimat. Während ich mein erstes Geschenk des Tages auspackte, betrat die Novembertochter mit einer Gruppe Klassenkameraden das Café. (Ich hatte, im ersten Moment befürchtet sie schafft es doch nicht mitzufahren). Noch ehe ich eine Frage stellen konnte, gratulierte mir die Gruppe zum Geburtstag. Auf meinen Wunsch hin bekam ich sogar ein Ständchen.

Nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hatte, ging es zum Frühstück mit einer weiteren Freundin. Den restlichen Tag habe ich mit beantworten von Glückwünschen, einem ausgiebigen Spaziergang, einem unangenehmen beruflichen Gespräch und dem Besuch vom Sohn mit Schwiegertochter verbracht. Neben neuen Zimmerpflanzen gab es für mich auch Hochzeitsfotos. Eines zeigte mir, wie reich beschenkt ich doch mit meinen Kindern bin. Ein schöner Abschluss für den Tag.

Dienstag, 07.10.25

Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich Lust hatte früh aufzustehen und schon gar nicht arbeiten zu gehen. Den Urlaubstag gestern hätte ich gerne wiederholt. Doch die Miete muss verdient werden, also hieß es Beine über den Bettrand schwingen und sich in den Alltag stürzen. Mehr möchte ich über diesen Tag nicht erzählen.

Wie jedes Jahr geht das 3. Schuljahr im Herbst beim Bauern Stoppeln. Kennst du das? Die Kinder können die Kartoffelsäcke kaum schleppen, so schwer sind sie. Für einige Kinder war es das erste Mal, dass sie sehen, woher ihre Kartoffeln kommen. Ich bedaure wirklich, dass wir keinen Schulgarten mehr haben.

Mittwoch, 08.10.25

Aus Berlin erreichten mich kurze Grüße von der Klassenfahrt, von der See windige Grüße.

Reconcilitation – Versöhnung

Dieses Exemplar wurde 1999 im Zuge des 10. Jahrestags des Mauerfalls geschaffen. Künstlerin Josefin de Vasconcellos. Zwischen den Figuren liegt eine Bibel und ein Stück Stacheldraht.

Herr Bretone und ich waren sehr früh unterwegs. Unser Weg führte uns durch die Dunkelheit ins Feld. Dort war es absolut still und ein ungewöhnlich warmer Wind wehte. Ein wirklich schöner Start in den Tag.

Donnerstag, 09.10.25

Dem Hund gefällt es nicht, wenn ein Rudelmitglied nicht zu Hause schläft. So brauchte er besonders viel Zeit mit mir diese Woche, so dass ich nach der Arbeit immer direkt nach Hause fuhr. Wir waren deutlich länger unterwegs bei unseren Runden (auch wenn es mir aus gesundheitlichen Gründen schwerfiel) und wir haben auf dem Sofa gekuschelt bis, dass wir schlafen gingen. Wie gut, dass es Bücher und Streamingdienste gibt. Neben dem Buch “ Die Bibliothek meines Großvaters“ hat mich die etwas seltsame Serie „Dark Winds“ unterhalten.

Freitag, 10.10.25

Manche Fehler wiederholt man immer wieder. Zum Beispiel arbeiten gehen, auch wenn man krankgeschrieben ist. Aber so ist das, wenn man mit Menschen arbeitet. Die Eltern verlassen sich darauf, dass ihre Kinder versorgt sind. Damit sie ihrer Arbeit nachgehen können. Und wenn, während ich noch beim Arzt sitze, sich die dritte Kollegin krankmeldet, dann kann ich nicht anders. Dann gehe ich zur Arbeit. Ich will hier nicht bedauert werden und ihr müsst auch nicht schreiben: Tu das nicht! Ich weiß, dass es falsch ist, weil ich nur mir selber schade.

Denn es ist das System, das krank ist.

Wer in der Schule, in der Pflege, in Arztpraxen und Krankenhäusern, wer im sozialen Bereich arbeitet, der weiß, wovon ich rede.

Die Vorfreude darauf, dass meine Tochter von der Klassenfahrt nach Hause kommt, hat mich über den Tag gerettet. Am Ende des Tages gab es dann ein warmes Sofa, Kuscheleinheit mit einem völlig übermüdeten Teenager, lecker Essen und einem Hund, der glücklich war, dass sein Rudel wieder komplett ist.

Doch schon Sonntag

Jetzt ist es Sonntagmorgen, der Post ist endlich fertig, denn natürlich bin ich gestern nicht mehr fertig geworden. Nachher schreibe ich noch den 12von12 im Oktober Beitrag, dann kannst du hier heute direkt zweimal lesen.

Genieße deinen Sonntag.

„Das Schöne zu sehen, ist lohnender“.

Zitat aus der NDR Talkshow vom 10.10.25 , Schauspieler und Musiker Daniel Donskoy

5 Gedanken zu „Eine Woche voller Erinnerungen: Ein Rückblick

  1. Dass du eingangs schriebst, es sei nicht viel losgewesen in dieser Woche, mag ich am Ende gar nicht glauben. Es gab viel zu lesen und viele Dingen haben dich bewegt. Da war doch einiges los. Schön, dass das Rudel wieder komplett ist und ein schönes Zitat zum Schluss. ♥

    Nachträglich alles Gute zu deinem Geburtstag, liebe Grüße
    Anita

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  2. Liebe Britta, auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag 🎉 es war doch mehr los als gedacht und die Woche ohne Löwentochter rasend schnell vorbei.

    Komm gut in und durch die neue Woche 🤗 Katrin

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    1. Guten Morgen Katrin
      vielen Dank für die Glückwünsche.
      Ich gebe mein Bestes, um gut in die Woche zu starten.
      Heute Morgen brauche ich nicht mit dem Hund los, die Tochter hat Ferien.
      Sie hat sich freiwillig angeboten, damit ich langsamer starten kann.
      Die Ferienspiele laufen an und für mich heißt das, acht Stunden meistens stehend betreuen.
      Das hat nun mal überhaupt nichts mit dem zu tun, was ich gerne arbeite.
      Doch wie heißt es immer so schön: Augen auf bei der Berufswahl.
      Liebe Grüße
      Britta

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      1. Manchmal rutscht man aber auch in was rein 😳 nur stehend möchte und könnte ich auch nicht arbeiten. Hier ist es eher eine Abwechselung zwischen, sitzen, laufen, knien, stehen, wieder laufen. Jede Bewegung für sich meist nicht mehr als 20 Minuten am Stück. Du achtest gut auf Dich ☝️
        Liebe Grüße zurück 🤗 Katrin

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