Bange Stunden beim Tierarzt

Was macht man, wenn man beim Tierarzt wartet, während der Hund operiert wird. Man schreibt, um sich abzulenken.

Ronja, unsere liebe 11-jährigen Hündin, ist letzten Donnerstag zusammengebrochen.

 

Der erste Tierarzt den meine Tochter aufsuchte diagnostizierte eine Anämie und eine Gewebeveränderung in der Milz. Sie bekam Antibiotika und Kortison, auch am nächsten Tag. Meine Tochter musste dienstlich nach Wien und so trug ich die Verantwortung. Am Montag wollte ich mir eine zweite Meinung einholen. Dieser Arzt riet zu einer zeitnahen OP, da es so aussah, als hätte unser Liebling eine Gebärmutterentzündung.

Nun sitze ich im Wartezimmer und bin voller hoffen und bangen.

 

Viele wunderbare Erinnerungen gehen mir durch den Kopf. Damals als wir sie als Welpen aus dem Tierheim holten. Meine Tochter damals 12 und schockverliebt, die Brüder verhalten skeptisch. Es ist eindeutig ihr Baby, ihr Hund. In den elf Jahren gab es für mich nur einen Grund zur Klage. Ronja stand und steht bei meinen Mädchen an erster Stelle. Ich bin so stolz auf sie. Als sie dann 2016 auszog und den Hund selbstverständlich mitnahm, hatte ich viele verweinte Nächte, denn sie fehlten mir beide sehr.

Aber sie waren nicht aus der Welt und so sahen wir uns häufig. Manchmal machte Ronja bei uns Urlaub, wie auch jetzt. Noch nie gab es solch dramatische Tage.

Anfangs war es für den Hund schwierig zu verstehen, warum Frauchen sie bei mir ließ. Denn mal blieb sie da und mal durfte sie wieder mit. Wir entwickelten ein Ritual, dass dem Hund helfen sollte, einen Unterschied zu spüren. Immer wenn sie bei mir bleiben sollte, wurde ihr Halsband ausgezogen. Kam sie mit Frauchen zu Besuch, blieb das Halsband an. Das klappte sehr gut .

Ich bin sehr glücklich, dass ich viele schöne Momente mit Ronja haben konnte. Egal wie die OP ausgeht, wir hatten wunderbare gemeinsame 11 Jahre.

Nachtrag am Nachmittag

Es können noch weitere schöne Jahre werden