Ein Tag in Aachen – vollgepackt mit Erinnerungen, kleinen Entdeckungen und typisch städtischem Trubel. Während ich im anderen Beitrag von einer Begegnung erzähle, die mich nachdenklich gestimmt hat, geht es hier um die leichtere Seite meines Ausflugs: um Lachen mit einer Freundin, verwinkelte Gassen, alte Lieblingsorte, die Sonne nach dem Regen – und darum, wie sich eine Stadt über Jahre verändert und trotzdem vertraut bleibt.
Mein Ausflug nach Aachen
Ich war seit langem noch mal in Aachen. Es ist sicher ein paar Jahre her. Meine Fotos vom Tag zeichnen ein Bild voller schöner Momente. Die gab es auch. Wir haben albern gelacht, wie zwei junge Teenager. In den Erinnerungen von erste Wohnung und Taufe des ältesten Kindes geschwelgt, meine Freundin und ich. Sie hat mir erzählt, wie ihr Viertel damals aussah. Heute ist es trostlos. Leerstand in Wohnungen und Geschäften. Dafür gibt es einen Steinwurf entfernt ein überdimensionales Einkaufszentrum, dass ich so attraktiv finde, dass ich nur zur Eröffnung vor knapp zehn Jahren dort drin war.
Der ÖPNV – immer wieder für eine Überraschung gut
Unser Ausflug startete mit dem online Ticket des ÖPNV, bei dem die Entwertung im Bus nicht funktionierte. Dem Busfahrer war es egal. Mir dann auch. Meine Freundin war eine Stunde vor mir losgefahren, wegen ihres Termins und hatte dasselbe Problem. Lag dann auch nicht an mir, dass die Technik nicht funktioniert.

Der Elisenbrunnen
Als ich am Elisenbrunnen aus dem Bus stieg, begann es zu regnen. Also stellte ich mich erst mal unter und beobachtete die Menschen, die an mir vorbeiliefen oder den Markt besuchten.

Der Elisenbrunnen wurde 1827 fertiggestellt und steht bis heute auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz. Allerdings wurde er im Krieg so zerstört, dass er rekonstruiert werden musste. Der Geruch ist das Ergebnis der schwefelhaltigen Kaiserquelle. Dem Wasser werden gesundheitsbringende Heilkräfte nachgesagt. Mehr dazu findest du auf der Seite vom NRW-Tourismus.
Die Aussicht auf den Dom
Uns war aber nicht nach Wasser, also schlugen wir den Weg zum Café am Münsterplatz ein. Auf dem Weg dorthin machte ich das folgende Foto.

Der Artemis Bookshop in Aachen
Nach der Stärkung wollte ich unbedingt die Artemis Buchhandlung kennenlernen, der ich auf Instagram folge. Ich war ein bisschen enttäuscht, hatte mir eine größere deutschsprachige Auswahl vorgestellt. Aber ich durfte lernen, dass die junge Generation lieber Bücher in der Originalsprache liest. Nun gut. Ich bin nicht die junge Generation und die Auswahl gefiel mir auch nicht. Auch wenn mich das Thema berufsbedingt beschäftigt.
Der Dom, diesmal von innen
Es regnete, was uns durch die engen Gassen um den Dom, in den Dom trieb. Aachen ohne einen Dombesuch geht für mich gar nicht. Heute habe ich mich besonders für die 24 Personen mit der Krone in der Hand interessiert. Wobei ich schwören könnte, der Domschweitzer hätte von 22 Völkern gesprochen. Und auch das es sich um das Johannesevangelium handelte. Derweil interessierte sich mein Freundin für die lateinischen Inschriften. Wir konnten beide Rätsel nicht lösen. Es ruft nach einem zweiten Besuch, meine Liebe.

Copyright des Bildes: www.aachenerdom.de Falls es dich interessiert, hier gibt es noch mehr Informationen zu dieser wunderschönen Aachener Münsters.
Shopping Erlebnisse
Wir verlassen den Dom und freuen uns über den Regen, der auf uns gewartet hat. Nicht wirklich, aber meckern hilft auch nicht. Flotten Schrittes eilen wir über den Münsterplatz in Richtung Bastelgeschäft. Doch ich muss sagen, die Auswahl hat mich enttäuscht. Wie gesagt, ich war schon ewig nicht mehr vor Ort und denke auch, hier leidet die Auswahl unter den Möglichkeiten des Internetkaufes. Was ich gesucht habe, habe ich nicht gefunden. Gut für den Geldbeutel.
Also nichts wie rüber in die Mayerische Buchhandlung. Mensch, wie spricht man es denn jetzt richtig aus? Ich sage es wohl immer falsch, wie ich später erfahren soll.
Ein Buch habe ich nicht gefunden. Weder das, was ich dem Märchenprinzen mitbringen sollte, noch eines, das mich ansprach. Die Auswahl für mich war nicht so befriedigend. Trotzdem haben wir etwas eingekauft. Ich habe mir in der esoterischen Abteilung Räucherstäbchen gekauft. Überrascht hat mich die Abteilung mit den Gesellschaftsspielen. Da habe ich mir einen Wunschzettel erstellt. Mal sehen, was es noch in Essen im Oktober gibt.

Noch eine Kirche . St. Adalbert
Endlich Sonne. Der Hunger trieb uns in Richtung Pommesbude und nach einer kleinen, lustigen Pause ging es weiter in Richtung St. Adalbert. Wir haben sie uns nur von unten angeschaut, denn sie ist auf einem Felsen erbaut. Mehr dazu findest du hier, bei Wikipedia. Mir taten die Füße weh und meine Begleitung kennt die Kirche von innen, denn ihr ältester Sohn wurde hier getauft. Bereits auf dem Weg in Richtung Kirche zeigte sie mir ihre erste gemeinsame Wohnung. Lang ist es her.

Auf dem Rückweg
An St. Adalbert vorbei suchten wir noch ein Nähgeschäft auf. Das in unserer Kleinstadt hat vor kurzem geschlossen, aber ich brauchte Nähgarn in Magenta, um ein T-Shirt zu reparieren. Nach erfolgreichem Einkauf machten wir uns in Richtung Bushaltestelle auf. Dabei fiel mir dieses Gebäude ins Auge.

Wir entzifferten mit viel Engagement das Baujahr des Gebäudes. Den lateinischen Text kann ich leider, aus mangelnden Lateinkenntnisse, nicht entziffern.

Auch auf der Rückfahrt funktionierte das Entwerten des Online-Tickets nicht. Interessierte aber niemanden, denn der Bus war gefüllt mit Kindern aus einer Ferienbetreuung. Und nein, ich kannte niemanden.
Während meine Begleitung bereits beim Kaffee saß, hat Herr Bretone mich noch genötigt, meine schmerzenden Füße zu bewegen. Dann war endlich Schluss mit Laufen.

Ein Bild möchte ich dir nicht vorenthalten. Ich muss ehrlich sagen, für mich ist das schönste Foto, dass ich heute gemacht habe. Daher findest du es auch als Beitragsbild wieder.

Aachen hat sich verändert – und ich mich auch.
Zwischen alten Erinnerungen, nassen Schuhen und neuen Eindrücken blieb dieser Tag nicht stehen, sondern ging weiter. Nicht alles war perfekt: Das Bastelgeschäft war enttäuschend, die Buchauswahl mäßig, und meine Füße rebellierten. Und doch war es ein Tag voller Lachen, Geschichten und ganz vieler kleiner Entdeckungen. Es war ein Wiedersehen mit einer Stadt, in der sich Altes und Neues, Schönes und Sperriges vermischen – genau wie im echten Leben. Ich komme wieder. Vielleicht mit besserem Schuhwerk. Ganz sicher mit offenen Augen.
Ein schöner Tag liebe Britta, ich war noch nie in Aachen 🥲
Liebe Grüße an Dich von Katrin
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Hallo Katrin. Ich wohne tatsächlich nur wenige Kilometer von dieser Stadt entfernt. Mein Glück. Liebe Grüße
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Und ich am anderen (schönen) Ende der Republik 😉
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