Heute mal nichts zum Entspannen und nichts über das Schöne in der Welt oder vielleicht doch ?
Ist Mitgefühl nicht etwas Schönes ? Oder ist es nur dann schön und unpolitisch, wenn ich mich über einen Sonnenuntergang, eine Sturmwolke oder einen Schmetterling freue ?
Wobei genau genommen, könnte ich beim Schmetterling auch an den Verlust der Artenvielfalt, der Bioversität denken. Ein anderes Beispiel. Die Sturmwolke, beziehungsweise das dahinter steckende Wetter, hat definitiv etwas mit dem, von uns Menschen weltweit genutzten Kohlekraftwerken verursachten Klimawandel ,zu tun . Alles ist irgendwie auch politisch.
Mein Vater, mein Großvater – sie waren Bergleute. Haben damit ihre Familien ernährt. Wir haben mit Kohle geheizt – lassen wir das.
Worauf ich heute hinaus will, ist etwas was ich bei oder auf Instagram gelesen habe. Ich folge dem „motivationshorizont“ und las ich dieser Tage einen Post, in dem der oder die Betreiber sich gefühlvoll zu dem Vorfall in Rafah am 26.05.24 äußern. In den Nachrichten liest man, dass das israelische Militär ein Zeltlager ( bitte jetzt nicht an Pfadfinderromantik denken) “ aus Versehen“ angegriffen hat. Darauf hin gibt es einen Kommentar zu dem Post, mit der Frage, was denn mit den armen entführten und ermordeten Israelis ( der Vorfall in 2023), sei. Die Antwort darauf und das ist es, worum es mir hier und heute geht, beinhaltet ein Zitat
Zitat: “ …es gibt kein muslimisches, jüdischen oder christliches Blut, sondern nur menschliches Blut. „
Genau so ist es – oder ?
In unserer Land werden Kinder von Kindern getötet, vergewaltigt, bedroht und misshandelt. Jeden Tag. Alles Einzelfälle ? Aber immerhin, keine Bomben . Ironie aus!!!
Wo bleibt die Menschlichkeit ???
Jeder Krieg ist ein Krieg zu viel.
Doch es beginnt bei uns . Schau dich in deinem Alltag um. Er ist da. Der Krieg. Im Bus, im Büro, auf der Baustelle, im Zug .Egal wo du bist. Egal wo du arbeitest. In der Bäckerei . Im Supermarkt.
Ich könnte mir gerade die Finger wund schreiben.
Weil es mich so aufregt. Auch unsere Scheinheiligkeit ( schließe mich da nicht aus) . Wie können DIE das tun ? Bomben, Raketen, Streumunition auf andere Länder, auf andere Menschen werfen. Tief im Herzen sind wir froh, dass der Donner bei uns nur ein Gewitter ist.
Was können wir, du und ich, konkret tun, um unsere nächste Umwelt friedlicher zu gestalten ?
- Mal fünfe gerade sein lassen und nicht auf sein Recht pochen.
- Anstatt zu schimpfen, schweigen und darüber nachdenken, ob das was wir gerade gehört haben, wirklich so gemeint war. Oder ist es bei uns nur falsch angekommen.
Krieg ist ein Geschäft. Ein Bombengeschäft. Was für ein Wortspiel .
Der deutsche Staat, also auch die Bürger die in ihm leben, somit auch ich, verdient am Waffengeschäft ca. 11. Milliarden Euro , siehe Beitrag der Tagesschau. Wenn es dich interessiert was in Deutschland sonst noch so exportiert wird, an erster Stelle übrigens Kraftwagen und Kraftwagenteile, schau doch hier vorbei.
Was können wir, du oder ich tun ?
- Fußball ist nicht mein Revier, absolut nicht. Doch ich las von einer Fußballmannschaft , die einen neuen Sponsor haben, der im Rüstungsgeschäft tätig ist. Fans dieser Mannschaft protestieren auf die ein oder andere Art. Ein langjähriger Fan, hat seine Mitgliedschaft gekündigt. Stell dir vor, es wären mehr als einer . Welche Macht haben Fans ?
Zurück zur Politik. Du hast vielleicht nicht die Grünen, die SPD oder die FDP gewählt,denn diese Parteien sind aktuell unsere Entscheidungsträger. Aber so ist das nun mal in einer Demokratie. In so einer leben wir nämlich.
Was können wir, du und ich tun ?
- Wie wäre es mit wählen gehen, anstatt zu sagen, es hat doch keinen Zweck wählen zu gehen. Es ändert sich doch nichts.
Erinnerst du dich noch an die Klassensprecherwahl in deiner Schulzeit. Keiner wollte es werden oder zumindestens die wenigsten. Dann wird es jemand, der die Interessen der Klasse vertreten soll, das auch macht und trotzdem gab es die Unzufriedenen, die sich nicht vertreten sahen. Das war schon Politik.
Zurück zum Mitgefühl.
Wir können zu Hause sitzen und jammern und uns fürchten. Oder wir werden aktiv. Es gibt viele Möglichkeiten
Es fängt im Kleinen an . In unserer Sprache im Alltag. In unserem Denken. In unserem Handeln.
Oder du und ich, wir werden aktiv.
- In der Partei, der wir unsere Stimme, unser Vertrauen schenken wollen. Eine Partei ist nur so gut, wie die Menschen,die in ihr wirken.
- Wir unterstützen Vereine in unseren Gemeinden, die auf Mitglieder und helfende Hände angewiesen sind. Denn wo ein Miteinander ist, ist ein Gegeneinander schwieriger.
- Wir sehen in unseren Nachbarn nicht den lauten Menschen, der unsere Ruhe stört, sondern den Menschen, der einfach nur sein Leben leben möchte und vielleicht gar nicht weiß, das seine laute Musik dich stört.
In den nächsten Tagen möchte ich verstärkt darauf achten. Auf mein Handeln, auf Sprechen und mein Denken. Wo herrscht bei mir Krieg im Kleinen.
Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt droht der Untergang
Mahatma Gandhi
Ein Gedanke zu „Die politische Dimension des Mitgefühls: Eine persönliche Reflexion“
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